| Veranstaltung: | LMV Hitzacker |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 10. Anträge |
| Antragsteller*in: | Liona Völler |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 28.04.2026, 21:20 |
A9: Feminismus in der GJ, Jetzt!
Antragstext
Feminismus in der GJ, Jetzt!
Die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Niedersachsen möge
beschließen:
I. Selbstverpflichtung des Verbandes
Die GJN bekennt sich zu einer feministischen Verbandskultur, die nicht bei
Lippenbekenntnissen endet. Das bedeutet konkret:
FLINTA*-Räume als Standard: Auf Landesveranstaltungen wie auch bei Plena
oder Aktionen in Kreisverbänden ist grundsätzlich darauf zu achten, einen
Ort zu schaffen in dem sich FLINTA*s wohlfühlen, das kann zum Beispiel
beinhalten Rederegeln zu etablieren, AWG Personen in Kreisverbänden zu
haben oder vieles mehr
Kritische Männlichkeit: Eine feministische Verbandskultur bedeutet nicht
nur Empowerment Strukturen für FLINTA*s zu schaffen, sondern auch
Männlichkeit zu reflektieren und welche patriarchalen Verhaltensmuster
unseren Verband prägen.
FLINTA* in Verantwortung: In unserem Verband passiert es immer wieder,
dass FLINTA Personen überredet werden in Verantwortungspositionen zu
gehen, obwohl sie dies nicht wollen. Dieses Verhalten lehnen wir
konsequent ab, und setzen stattdessen auf langfristiges Empowerment und
Strukturen die FLINTA*s ermutigen und nicht abschrecken.
II. Forderungen an den Landesvorstand
Die LMV beauftragt den Landesvorstand:
Materialien und Handreichungen: Der Landesvorstand wird aufgefordert
praxisnahe Materialien für KVen zur Gestaltung feministischer
Verbandskultur bereitzustellen. Das umfasst mindestens: einen Leitfaden
zur Gestaltung inklusiver Plena, Awareness-Handreichungen für
Kreisveranstaltungen, eine Handreichung wie Empowerment funktionieren kann
sowie Empfehlungen für FLINTA*-Treffen auf KV-Ebene.
Bildungsangebote: Der LaVo stellt sicher, dass mindestens ein
Bildungsangebot pro Jahr explizit auf feministische Verbandskultur und
FLINTA*-Empowerment ausgerichtet ist – zugänglich für alle aktiven
FLINTA*s auf Kreisebene.
Vernetzung: Der LaVo initiiert oder unterstützt ein niedersachsenweites
FLINTA*-Vernetzungsformat innerhalb der GJN – digital oder in Präsenz –
das FLINTA* aus verschiedenen KVen zusammenbringt, Erfahrungen
austauschbar macht und Solidarstrukturen aufbaut.
Rechenschaft: Der LaVo soll regelmäßige Updates an KV Verantwortliche
geben, entweder durch Nachrichten, auf einem KVT oder in KV LV Calls.
Begründung
Feminismus ist kein Thema, das wir nach außen tragen und innen vergessen. Die Grüne Jugend Niedersachsen hat sich zu feministischen Positionen bekannt – in Kampagnen, auf Demonstrationen, in andren Anträgen und auf Social Media. Das ist gut. Aber Bekenntnisse allein verändern keine Strukturen. Und Strukturen verändern sich nicht von selbst.
FLINTA* erleben auch in linken politischen Räumen, was sie überall erleben: Unterbrechungen, informelle Machtgefüge, fehlende Sicherheit bei Grenzverletzungen, Leitungspositionen, die sich hartnäckig mit denselben Gesichtern füllen. Das ist kein Ausnahmefall, kein Missverständnis, kein Einzelversagen – das ist Struktur. Und wer Struktur verändern will, muss strukturell handeln.
Besonders auf Kreisebene ist das aber oft schwierig aufgrund von mangelnden Kapazitäten. Jede Person die schonmal in einem Kreisverbandsvorstand war kennt das, es passiert so viel gleichzeitig und die Plena müssen ja auch organisiert werden, und strukturelles FLINTA* Empowerment fällt hinten runter. Aber so muss es nicht sein. Lasst es uns gemeinsam angehen, und Strukturen und Räume schaffen in denen sich FLINTA*s so sicher wie möglich fühlen.
FLINTA*-Empowerment ist kein Sonderrecht. Es ist die Bedingung dafür, dass dieser Verband seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird. Wer das als selbstverständlich betrachtet, muss bereit sein, dafür auch etwas zu tun.
