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            <title>LMV Hitzacker: Alles</title>
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                <title>LMV Hitzacker: Alles</title>
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                        <title>A14: Solidarität mit den Bevölkerungen der SWANA-Region — gegen Krieg, Autokratie und Patriarchat von Gaza bis Teheran</title>
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                        <author>Alle Antragsstellende + LaVo (dort beschlossen am: 09.05.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><strong>Solidarität mit den Bevölkerungen der SWANA-Region — gegen Krieg, Autokratie und Patriarchat von Gaza bis Teheran</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><strong>1.</strong> Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale,<br>
queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all<br>
ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</strong><br></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verwenden die Selbstbezeichnung SWANA (South West Asia / North Africa) statt der orientalistischen Begriffe „Naher Osten&quot; und „Orient&quot;. Edward Said hat diese Begriffe als europäische Konstruktionen analysiert, die koloniale Wissensordnungen reproduzieren (<em>Orientalism</em>, Pantheon 1978, S. 1 ff.). SWANA-Bewegungen in Diaspora und Region nutzen den Begriff zur Selbstermächtigung. Israel/Palästina ist <em>ein</em> zentraler — nicht der einzige — Bezugspunkt unserer Solidarität in dieser Region.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.1 Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer<br>
jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats-<br>
und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und<br>
tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.2 Der Terroranschlag der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 war<br>
ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah. Der „Kampf“ der islamistische Terrororganisation Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die<br>
Behandlung der Geiseln durch die islamistische Terrororganisation Hamas.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.3 Iran als regionaler Akteur und die Schwächung der „Achse des Widerstands&quot;.<br>
Die iranische Außenpolitik der „Achse des Widerstands&quot; (Hisbollah/Libanon, Hamas/Gaza, Huthi/Jemen, irakische Milizen, vor 12/2024 Assad/Syrien) ist seit dem 7.10.2023 in eine schwerste Krise geraten: Schwere militärische Niederlage der Hisbollah im Israel-Libanon-Krieg 2024 (Tötung Hassan Nasrallahs am 27.9.2024), faktische Eliminierung der Hamas-Führung in Gaza (Sinwar 16.10.2024, Haniyeh 31.7.2024 in Tehran), Sturz Assads (8.12.2024), israelische Tötung des Huthi-Premiers al-Rahawi (28.8.2025),schließlich der Iran-Israel-Krieg vom 13.–24. Juni 2025 mit israelischen Luftschlägen auf Natanz und Isfahan und der US-Operation <em>Midnight Hammer</em> gegen Fordow am 22.6.2025 — und schließlich der erneute Iran-Krieg im Februar/März 2026 mit der Tötung Khameneis am 28.2.2026. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) und ihre Quds-Force sind zentrale Akteure dieser Politik. Wir fordern die Verteidigung der iranischen Bevölkerung zuvorderst der Frauen, Queers, Kurd<em>innen, Belutsch</em>innen, Bahá&#039;í — gegen <em>jede</em> Eskalation, die zivile Opfer in Kauf nimmt. Wir lehnen die US-Israel-Strategie eines „regime change by bombing&quot; ab; demokratischer Wandel im Iran muss von der iranischen Bevölkerung selbst getragen werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><ol start="4"><li><p><strong>Sexualisierte Gewalt am 7. Oktober 2023 und an Geiseln.</strong></p></li></ol></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir benennen ausdrücklich die sexualisierte Gewalt der Hamas-Angriffe am 7. Oktober 2023. Die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten Pramila Patten hat in ihrem Mission Report vom 4.3.2024 festgestellt: „reasonable grounds to believe that conflict-related sexual violence occurred during the 7 October attacks in multiple locations across Gaza periphery, including rape and gang-rape, in at least three locations&quot; (Nova-Festival, Straße 232, Kibbuz Re&#039;im) sowie „clear and convincing information that some hostages taken to Gaza have been subjected to various forms of conflict-related sexual violence&quot;, die möglicherweise andauert. Patten benennt explizit auch im Westjordanland Hinweise auf sexuelle Gewalt durch israelische Sicherheitskräfte und Siedler, die weiterer Untersuchung bedürfen. Patrick Cammaerts und Patten betonen, dass der Bericht keine forensische Untersuchung ersetzen kann; die UN-COI ist mit der weiteren Aufklärung mandatiert. Wir fordern eine vollständige, geschlechtersensible Untersuchung aller sexualisierten Kriegsverbrechen im Konflikt durch UN-COI und ICC, die Versorgung der Überlebenden in Israel, Westbank und Gaza sowie die Strafverfolgung der Verantwortlichen — gegen jede politische Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.5 Historische Verantwortung und Gegenwart.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen bekennt sich zum Beschluss des Bundesverbandes der Grünen Jugend zur historischen Verantwortung Deutschlands aus der Shoah und zur Anerkennung der Nakba 1948 als zentralem palästinensischen Erfahrungshorizont. Beide Erinnerungen sind nicht gegeneinander ausspielbar. Wir folgen Dan Diners Konzept der „gegenläufigen Gedächtnisse&quot; (2007) und Michael Rothbergs „multidirektionalem Erinnern&quot;: <em>„Erinnerungen sind beweglich. Geschichten sind ineinander ver</em><em>woben. Der einzige Weg nach vorne ist die Verflechtung.&quot;</em>. Eine darüber hinausgehende historische Detailerzählung ist nicht Aufgabe dieses Antrags. Maßstab unseres Handelns ist die völkerrechtliche und politische Lage heute.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.6 Ökonomie des Krieges<br>
Mit Albanese verstehen wir den Krieg in Gaza nicht nur als militärisches, sondern als ökonomisches Projekt: Über 60 multinationale Unternehmen aus Rüstung, Tech, Schwermaschinen, Energie, Tourismus, Finanz und Logistik (Maersk) profitieren von Besatzung und Genozid.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Mit David Harvey lesen wir Siedlungsbau und Landenteignung als „Akkumulation durch Enteignung&quot;, mit Naomi Klein den geplanten Wiederaufbau Gazas als Disaster Capitalism, und mit Adam Hanieh die Rolle des Khaleeji-Kapitals (Saudi-Arabien, VAE) als regionale Stütze normalisierender Strategien (Abraham Accords). Konkret weisen wir auf die Gas-/Öl-Interessen im östlichen Mittelmeer (Levante-Becken, Tamar-, Leviathan-, Karish-Felder; geplanter EastMed-Korridor) als materielle Dimension der Konflikte um Souveränität und Grenzen hin.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.7 Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht. Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein.<br>
Als Grüne Jugend teilen wir die Einschätzung der internationalen Organisationen, dass die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid nach<br>
- Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE.A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid<br>
- B’Tselem. Shakir, O. (2021). A Threshold Crossed. Human Rights Watch<br>
zu bezeichnen ist.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.8 Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren faschistischen Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer<br>
Hilfe. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an: </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;<br>
– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen; – die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);<br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut); </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.9 Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Der von US-Präsident Donald Trump am 29. September 2025 vorgestellte Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict (CPEGC), der 20 Punkte umfasst, am 8./9. Oktober 2025 von Israel und mit Vorbehalten von Hamas teilangenommen, dessen Phase 1 am 10. Oktober 2025 in Kraft trat und der durch Sicherheitsratsresolution S/RES/2803 vom 17. November 2025 (13 Ja – 0 Nein – 2 Enthaltungen China/Russland) als Annex 1 endorsed wurde, einschließlich Ermächtigung eines unter Trump-Vorsitz stehenden „Board of Peace&quot; und einer „International Stabilization Force&quot; lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.10 Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt.<br>
Wir verweisen auf die Untersuchungen von Forensic Architecture (Goldsmiths) und Al Mezan/Gisha/Adalah (Investigation 2019, aktualisiert) zur israelischen Praxis aerialer Glyphosat-Versprühungen entlang der Gaza-Grenze (über 30 dokumentierte Sprüheinsätze 2014–2018, Drift bis über 700 Meter ins Strip) sowie auf den PAX-Bericht vom Februar 2026 zu grenzüberschreitenden Sprühungen in Quneitra/Syrien und Südlibanon. Glyphosat ist seit März 2015 von der WHO-Krebsforschungsagentur IARC als „probably carcinogenic to humans&quot; (Gruppe 2A) eingestuft.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.11 Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden. Mit Verabschiedung des Knesset-Gesetzes zur Erweiterung der Todesstrafe für „Terror&quot;-Tötungen vom 30. März 2026 wird ein zweispuriges Strafrecht institutionalisiert: Die Todesstrafe ist faktisch ausschließlich auf Palästinenserinnen anwendbar, in Westjordanland-Militärgerichten (Verurteilungsquote über 96 %, B&#039;Tselem) als Default-Strafe, mit Vollstreckung binnen 90 Tagen, ohne Möglichkeit der Begnadigung; israelische Siedlerinnen sind unter Zivilrecht ausgenommen. Die Außenminister*innen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens warnten am Tag der Verabschiedung gemeinsam vor dem Gesetz; Amnesty (3.2.2026) bezeichnet es als „weiteres diskriminierendes Werkzeug des israelischen Apartheid-Systems&quot;.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.12 Die israelische Bodenoperation in den Südlibanon, die am 1. Oktober 2024 als „Operation Northern Arrows&quot; begann, sowie die seit dem Waffenstillstand vom 27. November 2024 fortgesetzte israelische Militärpräsenz auf fünf strategischen Höhen im Südlibanon und die anhaltenden Luftschläge auch nach der „Phase II&quot;-Eskalation Anfang 2026 weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss<br>
Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee rund 4 000 km² südlibanesischen Territoriums (rund 38 % der südlich besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion<br>
Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert<br>
die Region weiter.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.13 Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen<br>
konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.14 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.<br>
Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, Nationaler Antisemitismus, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, Globaler Antisemitismus, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016). Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, Opinion, House of Lords 2017).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. Kenneth Stern, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (The Guardian, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Grundrechtskollision:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der London Review of Books (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei „not prescribed by law&quot; — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Praktische Wirkung:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, Verfassungsblog 7.11.2024).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab. Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der kontextuellen, theoretisch fundierten Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, Definitionen von Antisemitismus, bpb.de 2024).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Konkret fordern wir, dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, Postkolonialer Antisemitismus?, VSA 2021/22; Benz, Streitfall Antisemitismus, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.15 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.16 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.17 Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.18 Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Zionismus ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen. Zionismus ist historisch und politisch als jüdische Nationalbewegung zur Erlangung von Selbstbestimmung und Souveränität entstanden. Wie viele Nationalbewegungen kann auch der Zionismus nationalistische Tendenzen annehmen. Während das Streben nach Selbstbestimmung eine berechtigte Antwort auf Diskriminierung und Verfolgung ist, birgt Nationalismus generell das Risiko, die eigene ethnische oder religiöse Gruppe über andere zu stellen und dadurch Ausgrenzung oder Unterdrückung zu fördern.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Unsere Kritik richtet sich gegen alle Formen von Nationalismus, also auch gegen jene Ausprägungen des Zionismus, die über das berechtigte Streben nach Gleichberechtigung und staatlicher Souveränität hinausgehen und im Zusammenhang mit Unterdrückung, Besatzung oder rassistischen Strukturen stehen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zwischen einer differenzierten, menschenrechtsbasierten Analyse konkreter politischer Maßnahmen etwa im Kontext von Machtasymmetrien oder postkolonialen Herrschaftsverhältnissen und antisemitischen Haltungen klar zu unterscheiden. Antisemitismus richtet sich gegen Jüdinnen und Juden als Personen sowie gegen ihre Kultur oder Religion und fußt auf rassistischen Stereotypen. Demgegenüber ist eine sachorientierte, auf Prinzipien der Demokratie und Menschenrechte gestützte Kritik an staatlichem oder politischem Hand legitim.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. In diesem Kontext erkennen wir an, dass es immer wieder Versuche gibt unter dem Deckmantel der Zionismuskritik Antisemitismus salonfähig zu machen. Es darf keinen Raum für antisemitische Codes und Chiffren oder die Relativierung jüdischer Schutzbedürfnisse geben. Diese Art von Zionismuskritik als Deckmantel lehnen wir entschieden ab.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.19 Solidarität mit gemeinsamem Kampf — Dissensstimmen in Israel und Palästina.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir solidarisieren uns mit den israelischen und palästinensischen Bewegungen, die jenseits ethnonationaler Logiken arbeiten:<br>
– Standing Together / Omdim Beyachad / Naqif Maan — die größte jüdisch-arabische Basisbewegung in Israel/Palästina;<br>
– Combatants for Peace / Lochamim leShalom — ehemalige israelische Soldatinnen und palästinensische Kämpferinnen, die gemeinsam Friedensarbeit leisten;<br>
– B&#039;Tselem, Yesh Din, Breaking the Silence, Physicians for Human Rights – Israel, deren Berichte (insbesondere B&#039;Tselem Our Genocide 28.7.2025, PHRI Destruction of conditions of life 28.7.2025) zentrale Grundlagen unserer Position sind;<br>
– Jewish Voice for Peace (JVP), IfNotNow, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost als jüdische Stimmen in den USA, UK und Deutschland;<br>
– palästinensische Friedens- und Menschenrechtsorganisationen wie Al-Haq, Al Mezan, Adalah, PCHR, deren Mitarbeiter*innen Repressionen israelischer Behörden und (in Westbank) palästinensischer Behörden ausgesetzt sind.<br>
Mit Judith Butler bestehen wir darauf: „Jewish opposition to Zionism accompanied the founding proposals made by Herzl … and it has never ceased since that time. It is not anti-Semitic … to criticize the state violence exemplified by Zionism.&quot;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3. Unsere Solidarität verstehen wir mit Vijay Prashad als Teil einer globalen Süd-Solidarität, die in der Tradition der Bewegung der Blockfreien und des Trikontinentalismus steht — also einer langen antikolonialen Geschichte, in der Staaten und Bewegungen des Globalen Südens sich gegen imperiale Bevormundung organisiert haben. Wir würdigen die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof, die im Januar 2025 gegründete Hague Group unter Führung Kolumbiens und Südafrikas und die palästinensische Befreiungsbewegung als Teil dieses Projekts. Solidarität ist für uns nicht karitativ, sondern strategisch: Es geht um eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht in Washington, Brüssel oder Berlin getroffen werden, sondern in den Gesellschaften, die sie betreffen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4. Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen für folgende Forderungen einzusetzen und öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.1 Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.2 Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.3 Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.4 Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung in den besetzten palästinensischen Gebieten genutzt werden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.5 Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.6 Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.7 Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.8 Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.9 Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.10 Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Es muss weiterhin konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Siedlerkolonialismus und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.11 Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.12 Die pauschale Sanktionierung von BDS-Sympathien als Antisemitismus über kommunale Beschlüsse, Förderausschluss-Klauseln und IHRA-Bezüge in Förderbescheiden lehnen wir ab. Wir fordern eine grundrechtskonforme, kontextuelle Prüfung antisemitischer Inhalte gemäß Art. 5 GG, wie sie das Bundesverwaltungsgericht in Urteilen seit 2022 zum BDS-Beschluss von 2019 mehrfach angemahnt hat.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.13 Wir fordern die Bundesregierung auf, Palästina als Staat in den Grenzen vom 4. Juni 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt unverzüglich und bedingungslos anzuerkennen, in Konsequenz der ICJ-Gutachten vom 19.7.2024 zu den Rechtsfolgen der israelischen Besatzung und im Anschluss an die Anerkennungswelle 2024/25 (Spanien, Irland, Norwegen, Slowenien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta, UK).</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.14 Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich uneingeschränkt zu ihrer Verpflichtung aus Art. 86 ff. Rom-Statut zu bekennen und die ICC-Haftbefehle vom 21.11.2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant im Falle einer Einreise nach Deutschland zu vollstrecken. Wir lehnen jedes Lavieren wie das von Bundeskanzler Merz im Februar/März 2025 angedeutete „Gastrecht für Netanyahu&quot; entschieden ab. Wir verurteilen die Trump-Sanktionen gegen ICC-Ankläger Karim Khan (Executive Order 14203 vom 6.2.2025) und gegen Francesca Albanese (9.7.2025) und fordern aktive deutsche und europäische Solidarität mit dem ICC.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.15 Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem ICJ-Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192) als Drittstaat nach Art. 63 ICJ-Statut beizutreten — wie es bereits Spanien, Irland, Belgien, die Niederlande, Island, Mexiko, Kolumbien, Türkei, Chile, Brasilien und weitere getan haben (Stand März 2026). Die deutsche Verweigerungshaltung ist mit Albaneses Befund einer „Drittstaatenkomplizenschaft&quot; (A/80/492 vom 20.10.2025) nicht vereinbar.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.16 Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln (lebend und tot) ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung, die nicht mit der Forderung eines israelischen Rückzugs verrechnet werden darf. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21.11.2024 (zurückgenommen Februar 2025 nach bestätigtem Tod) wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.17 Im Rahmen einer systematischen Auseinandersetzung mit Bildungsarbeit über die SWANA-Region fordern wir die Grünen Jugend auf, für ihre Bildungsarbeit folgende thematische Schwerpunkte als orientierende, flexibel erweiterbare zu setzen:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>(1) wissenschaftliche Antisemitismusforschung (Holz, Salzborn, Schwarz-Friesel, Schüler-Springorum, Bergmann, Ullrich, Brumlik, Benz) systematisch zu vermitteln und nicht durch Praxis-Definitionen zu ersetzen,</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>(2) postkoloniale und materialistisch-feministische Theorie (Said, Massad, Mbembe, Federici, Bhattacharya, Achcar, Hanieh, Butler) als Grundlage zu nutzen und</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>(3) konkrete Bildungsbausteine zu Iran (Frauenrevolution), Kurdistan/Rojava, Jemen, Syrien, Palästina, Israel und Türkei zu entwickeln. Wir laden Akteurinnen aus diesen Bewegungen — insbesondere SWANA-Diaspora-Aktivistinnen — zur Mitgestaltung ein.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.18 Die sofortige Aussetzung der Zusammenarbeit mit Organisationen oder Bündnissen, falls diese Antisemitismus Aufweisen und/oder Antisemitische Handlungen tolerieren.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verstehen mit Joseph Massad (The Persistence of the Palestinian Question, Routledge 2006), dass die „Palästina-Frage&quot; und die „Juden-Frage&quot; gemeinsam aus dem europäischen Antisemitismus und Kolonialismus hervorgegangen sind. Eine Lösung ist nur möglich, wenn Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus gemeinsam überwunden werden — nicht in einer Konkurrenz der Opfererzählungen, sondern in einer gemeinsamen emanzipatorischen Perspektive.</strong></p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 16:00:18 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä62 zu A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Palästina, Israel und dem Libanon</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162/amendment/105980</link>
                        <author>Antragstellende + LaVo (dort beschlossen am: 08.05.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162/amendment/105980</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_57356_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 10 bis 11 einfügen:</h4><div><p>Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;"></ins></p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 113 bis 116 einfügen:</h4><div><p>bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer<br>Hilfe.<ins class="space" aria-label="Einfügen: „Leerzeichen”">[Leerzeichen]</ins></p><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:<ins class="space" aria-label="Einfügen: „Leerzeichen”">[Leerzeichen]</ins></strong></p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 129 bis 130 einfügen:</h4><div><p>Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);<ins class="space" aria-label="Einfügen: „Leerzeichen”">[Leerzeichen]</ins></p></div><h4 class="lineSummary">In Zeile 273 einfügen:</h4><div><p><strong>2.15 Iran — Jin, Jiyan, Azadî.<ins class="space" aria-label="Einfügen: „Leerzeichen”">[Leerzeichen]</ins></strong></p></div></div></section>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 15:57:26 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102163</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102163</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>2.3 Historische Verantwortung und Gegenwart.</strong></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Grüne Jugend Niedersachsen bekennt sich zum Beschluss des Bundesverbandes der Grünen Jugend zur historischen Verantwortung Deutschlands aus der Shoah und zur Anerkennung der Nakba 1948 als zentralem palästinensischen Erfahrungshorizont. Beide Erinnerungen sind nicht gegeneinander ausspielbar. Wir folgen Dan Diners Konzept der „gegenläufigen Gedächtnisse&quot; (2007) und Michael Rothbergs „multidirektionalem Erinnern&quot;: <em>„Erinnerungen sind beweglich. Geschichten sind ineinander verwoben. Der einzige Weg nach vorne ist die Verflechtung.&quot;</em> (Brumlik 2021, S. 138). Eine darüber hinausgehende historische Detailerzählung ist nicht Aufgabe dieses Antrags. Maßstab unseres Handelns ist die völkerrechtliche und politische Lage <strong>heute</strong>.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Das ist eine klare Überschreitung des Selbstverteidigungsrechts. Wir verurteilen einen solchen Missbrauch internationalen Rechts zur Legitimierung kollektiver Bestrafung, ethnischer Vertreibung und systematischer Vernichtung, auf das Schärfste. Dieser Missbrauch verletzt die universellen Menschenrechte und zerstört das Vertrauen in jene Rechtsinstitutionen, die den Schutz der Menschenrechte und damit der Zivilbevölkerung erst gewährleisten sollen. Die GRÜNE JUGEND NDS erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen als solchen an.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir treten entschieden gegen Antisemitismus ein. Antisemitismus ist und bleibt ein tödliches, historisch gewachsenes Unterdrückungssystem, das niemals relativiert werden darf.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.14</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:46:40 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Palästina, Israel und dem Libanon</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162</link>
                        <author>Alle Antragsstellende + LaVo (dort beschlossen am: 09.05.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Solidarität mit den Bevölkerungen der SWANA-Region — gegen Krieg, Autokratie und Patriarchat von Gaza bis Teheran</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong> Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale,<br>
queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all<br>
ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir verwenden die Selbstbezeichnung SWANA (South West Asia / North Africa) statt der orientalistischen Begriffe „Naher Osten&quot; und „Orient&quot;. Edward Said hat diese Begriffe als europäische Konstruktionen analysiert, die koloniale Wissensordnungen reproduzieren (<em>Orientalism</em>, Pantheon 1978, S. 1 ff.). SWANA-Bewegungen in Diaspora und Region nutzen den Begriff zur Selbstermächtigung. Israel/Palästina ist <em>ein</em> zentraler — nicht der einzige — Bezugspunkt unserer Solidarität in dieser Region.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.1 Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer<br>
jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats-<br>
und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und<br>
tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.2 Der Terroranschlag der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 war<br>
ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah. Der „Kampf“ der islamistische Terrororganisation Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die<br>
Behandlung der Geiseln durch die islamistische Terrororganisation Hamas.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.3 Iran als regionaler Akteur und die Schwächung der „Achse des Widerstands&quot;.<br>
Die iranische Außenpolitik der „Achse des Widerstands&quot; (Hisbollah/Libanon, Hamas/Gaza, Huthi/Jemen, irakische Milizen, vor 12/2024 Assad/Syrien) ist seit dem 7.10.2023 in eine schwerste Krise geraten: Schwere militärische Niederlage der Hisbollah im Israel-Libanon-Krieg 2024 (Tötung Hassan Nasrallahs am 27.9.2024), faktische Eliminierung der Hamas-Führung in Gaza (Sinwar 16.10.2024, Haniyeh 31.7.2024 in Tehran), Sturz Assads (8.12.2024), israelische Tötung des Huthi-Premiers al-Rahawi (28.8.2025),schließlich der Iran-Israel-Krieg vom 13.–24. Juni 2025 mit israelischen Luftschlägen auf Natanz und Isfahan und der US-Operation <em>Midnight Hammer</em> gegen Fordow am 22.6.2025 — und schließlich der erneute Iran-Krieg im Februar/März 2026 mit der Tötung Khameneis am 28.2.2026. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) und ihre Quds-Force sind zentrale Akteure dieser Politik. Wir fordern die Verteidigung der iranischen Bevölkerung zuvorderst der Frauen, Queers, Kurd<em>innen, Belutsch</em>innen, Bahá&#039;í — gegen <em>jede</em> Eskalation, die zivile Opfer in Kauf nimmt. Wir lehnen die US-Israel-Strategie eines „regime change by bombing&quot; ab; demokratischer Wandel im Iran muss von der iranischen Bevölkerung selbst getragen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><ol start="4"><li><p>Sexualisierte Gewalt am 7. Oktober 2023 und an Geiseln.</p></li></ol></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir benennen ausdrücklich die sexualisierte Gewalt der Hamas-Angriffe am 7. Oktober 2023. Die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten Pramila Patten hat in ihrem Mission Report vom 4.3.2024 festgestellt: „reasonable grounds to believe that conflict-related sexual violence occurred during the 7 October attacks in multiple locations across Gaza periphery, including rape and gang-rape, in at least three locations&quot; (Nova-Festival, Straße 232, Kibbuz Re&#039;im) sowie „clear and convincing information that some hostages taken to Gaza have been subjected to various forms of conflict-related sexual violence&quot;, die möglicherweise andauert. Patten benennt explizit auch im Westjordanland Hinweise auf sexuelle Gewalt durch israelische Sicherheitskräfte und Siedler, die weiterer Untersuchung bedürfen. Patrick Cammaerts und Patten betonen, dass der Bericht keine forensische Untersuchung ersetzen kann; die UN-COI ist mit der weiteren Aufklärung mandatiert. Wir fordern eine vollständige, geschlechtersensible Untersuchung aller sexualisierten Kriegsverbrechen im Konflikt durch UN-COI und ICC, die Versorgung der Überlebenden in Israel, Westbank und Gaza sowie die Strafverfolgung der Verantwortlichen — gegen jede politische Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.5 Historische Verantwortung und Gegenwart.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen bekennt sich zum Beschluss des Bundesverbandes der Grünen Jugend zur historischen Verantwortung Deutschlands aus der Shoah und zur Anerkennung der Nakba 1948 als zentralem palästinensischen Erfahrungshorizont. Beide Erinnerungen sind nicht gegeneinander ausspielbar. Wir folgen Dan Diners Konzept der „gegenläufigen Gedächtnisse&quot; (2007) und Michael Rothbergs „multidirektionalem Erinnern&quot;: <em>„Erinnerungen sind beweglich. Geschichten sind ineinander ver</em><em>woben. Der einzige Weg nach vorne ist die Verflechtung.&quot;</em>. Eine darüber hinausgehende historische Detailerzählung ist nicht Aufgabe dieses Antrags. Maßstab unseres Handelns ist die völkerrechtliche und politische Lage heute.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.6 Ökonomie des Krieges<br>
Mit Albanese verstehen wir den Krieg in Gaza nicht nur als militärisches, sondern als ökonomisches Projekt: Über 60 multinationale Unternehmen aus Rüstung, Tech, Schwermaschinen, Energie, Tourismus, Finanz und Logistik (Maersk) profitieren von Besatzung und Genozid.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit David Harvey lesen wir Siedlungsbau und Landenteignung als „Akkumulation durch Enteignung&quot;, mit Naomi Klein den geplanten Wiederaufbau Gazas als Disaster Capitalism, und mit Adam Hanieh die Rolle des Khaleeji-Kapitals (Saudi-Arabien, VAE) als regionale Stütze normalisierender Strategien (Abraham Accords). Konkret weisen wir auf die Gas-/Öl-Interessen im östlichen Mittelmeer (Levante-Becken, Tamar-, Leviathan-, Karish-Felder; geplanter EastMed-Korridor) als materielle Dimension der Konflikte um Souveränität und Grenzen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.7 Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht. Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein.<br>
Als Grüne Jugend teilen wir die Einschätzung der internationalen Organisationen, dass die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid nach<br>
- Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE.A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid<br>
- B’Tselem. Shakir, O. (2021). A Threshold Crossed. Human Rights Watch<br>
zu bezeichnen ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.8 Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren faschistischen Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer<br>
Hilfe.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;<br>
– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen; – die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);<br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.9 Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Der von US-Präsident Donald Trump am 29. September 2025 vorgestellte Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict (CPEGC), der 20 Punkte umfasst, am 8./9. Oktober 2025 von Israel und mit Vorbehalten von Hamas teilangenommen, dessen Phase 1 am 10. Oktober 2025 in Kraft trat und der durch Sicherheitsratsresolution S/RES/2803 vom 17. November 2025 (13 Ja – 0 Nein – 2 Enthaltungen China/Russland) als Annex 1 endorsed wurde, einschließlich Ermächtigung eines unter Trump-Vorsitz stehenden „Board of Peace&quot; und einer „International Stabilization Force&quot; lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.10 Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt.<br>
Wir verweisen auf die Untersuchungen von Forensic Architecture (Goldsmiths) und Al Mezan/Gisha/Adalah (Investigation 2019, aktualisiert) zur israelischen Praxis aerialer Glyphosat-Versprühungen entlang der Gaza-Grenze (über 30 dokumentierte Sprüheinsätze 2014–2018, Drift bis über 700 Meter ins Strip) sowie auf den PAX-Bericht vom Februar 2026 zu grenzüberschreitenden Sprühungen in Quneitra/Syrien und Südlibanon. Glyphosat ist seit März 2015 von der WHO-Krebsforschungsagentur IARC als „probably carcinogenic to humans&quot; (Gruppe 2A) eingestuft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.11 Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden. Mit Verabschiedung des Knesset-Gesetzes zur Erweiterung der Todesstrafe für „Terror&quot;-Tötungen vom 30. März 2026 wird ein zweispuriges Strafrecht institutionalisiert: Die Todesstrafe ist faktisch ausschließlich auf Palästinenserinnen anwendbar, in Westjordanland-Militärgerichten (Verurteilungsquote über 96 %, B&#039;Tselem) als Default-Strafe, mit Vollstreckung binnen 90 Tagen, ohne Möglichkeit der Begnadigung; israelische Siedlerinnen sind unter Zivilrecht ausgenommen. Die Außenminister*innen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens warnten am Tag der Verabschiedung gemeinsam vor dem Gesetz; Amnesty (3.2.2026) bezeichnet es als „weiteres diskriminierendes Werkzeug des israelischen Apartheid-Systems&quot;.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.12 Die israelische Bodenoperation in den Südlibanon, die am 1. Oktober 2024 als „Operation Northern Arrows&quot; begann, sowie die seit dem Waffenstillstand vom 27. November 2024 fortgesetzte israelische Militärpräsenz auf fünf strategischen Höhen im Südlibanon und die anhaltenden Luftschläge auch nach der „Phase II&quot;-Eskalation Anfang 2026 weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss<br>
Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee rund 4 000 km² südlibanesischen Territoriums (rund 38 % der südlich besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion<br>
Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert<br>
die Region weiter.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen<br>
konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.<br>
Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, Nationaler Antisemitismus, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, Globaler Antisemitismus, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016). Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, Opinion, House of Lords 2017).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. Kenneth Stern, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (The Guardian, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Grundrechtskollision:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der London Review of Books (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei „not prescribed by law&quot; — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Praktische Wirkung:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, Verfassungsblog 7.11.2024).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab. Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der kontextuellen, theoretisch fundierten Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, Definitionen von Antisemitismus, bpb.de 2024).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Konkret fordern wir, dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, Postkolonialer Antisemitismus?, VSA 2021/22; Benz, Streitfall Antisemitismus, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.15 Iran — Jin, Jiyan, Azadî.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.16 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.17 Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.18 Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Zionismus ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen. Zionismus ist historisch und politisch als jüdische Nationalbewegung zur Erlangung von Selbstbestimmung und Souveränität entstanden. Wie viele Nationalbewegungen kann auch der Zionismus nationalistische Tendenzen annehmen. Während das Streben nach Selbstbestimmung eine berechtigte Antwort auf Diskriminierung und Verfolgung ist, birgt Nationalismus generell das Risiko, die eigene ethnische oder religiöse Gruppe über andere zu stellen und dadurch Ausgrenzung oder Unterdrückung zu fördern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Kritik richtet sich gegen alle Formen von Nationalismus, also auch gegen jene Ausprägungen des Zionismus, die über das berechtigte Streben nach Gleichberechtigung und staatlicher Souveränität hinausgehen und im Zusammenhang mit Unterdrückung, Besatzung oder rassistischen Strukturen stehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei ist es von zentraler Bedeutung, zwischen einer differenzierten, menschenrechtsbasierten Analyse konkreter politischer Maßnahmen etwa im Kontext von Machtasymmetrien oder postkolonialen Herrschaftsverhältnissen und antisemitischen Haltungen klar zu unterscheiden. Antisemitismus richtet sich gegen Jüdinnen und Juden als Personen sowie gegen ihre Kultur oder Religion und fußt auf rassistischen Stereotypen. Demgegenüber ist eine sachorientierte, auf Prinzipien der Demokratie und Menschenrechte gestützte Kritik an staatlichem oder politischem Hand legitim.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. In diesem Kontext erkennen wir an, dass es immer wieder Versuche gibt unter dem Deckmantel der Zionismuskritik Antisemitismus salonfähig zu machen. Es darf keinen Raum für antisemitische Codes und Chiffren oder die Relativierung jüdischer Schutzbedürfnisse geben. Diese Art von Zionismuskritik als Deckmantel lehnen wir entschieden ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.19 Solidarität mit gemeinsamem Kampf — Dissensstimmen in Israel und Palästina.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir solidarisieren uns mit den israelischen und palästinensischen Bewegungen, die jenseits ethnonationaler Logiken arbeiten:<br>
– Standing Together / Omdim Beyachad / Naqif Maan — die größte jüdisch-arabische Basisbewegung in Israel/Palästina;<br>
– Combatants for Peace / Lochamim leShalom — ehemalige israelische Soldatinnen und palästinensische Kämpferinnen, die gemeinsam Friedensarbeit leisten;<br>
– B&#039;Tselem, Yesh Din, Breaking the Silence, Physicians for Human Rights – Israel, deren Berichte (insbesondere B&#039;Tselem Our Genocide 28.7.2025, PHRI Destruction of conditions of life 28.7.2025) zentrale Grundlagen unserer Position sind;<br>
– Jewish Voice for Peace (JVP), IfNotNow, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost als jüdische Stimmen in den USA, UK und Deutschland;<br>
– palästinensische Friedens- und Menschenrechtsorganisationen wie Al-Haq, Al Mezan, Adalah, PCHR, deren Mitarbeiter*innen Repressionen israelischer Behörden und (in Westbank) palästinensischer Behörden ausgesetzt sind.<br>
Mit Judith Butler bestehen wir darauf: „Jewish opposition to Zionism accompanied the founding proposals made by Herzl … and it has never ceased since that time. It is not anti-Semitic … to criticize the state violence exemplified by Zionism.&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Unsere Solidarität verstehen wir mit Vijay Prashad als Teil einer globalen Süd-Solidarität, die in der Tradition der Bewegung der Blockfreien und des Trikontinentalismus steht — also einer langen antikolonialen Geschichte, in der Staaten und Bewegungen des Globalen Südens sich gegen imperiale Bevormundung organisiert haben. Wir würdigen die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof, die im Januar 2025 gegründete Hague Group unter Führung Kolumbiens und Südafrikas und die palästinensische Befreiungsbewegung als Teil dieses Projekts. Solidarität ist für uns nicht karitativ, sondern strategisch: Es geht um eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht in Washington, Brüssel oder Berlin getroffen werden, sondern in den Gesellschaften, die sie betreffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen für folgende Forderungen einzusetzen und öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.1 Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.2 Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.3 Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.4 Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung in den besetzten palästinensischen Gebieten genutzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.5 Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.6 Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.7 Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.8 Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.9 Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.10 Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Es muss weiterhin konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Siedlerkolonialismus und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.11 Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.12 Die pauschale Sanktionierung von BDS-Sympathien als Antisemitismus über kommunale Beschlüsse, Förderausschluss-Klauseln und IHRA-Bezüge in Förderbescheiden lehnen wir ab. Wir fordern eine grundrechtskonforme, kontextuelle Prüfung antisemitischer Inhalte gemäß Art. 5 GG, wie sie das Bundesverwaltungsgericht in Urteilen seit 2022 zum BDS-Beschluss von 2019 mehrfach angemahnt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.13 Wir fordern die Bundesregierung auf, Palästina als Staat in den Grenzen vom 4. Juni 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt unverzüglich und bedingungslos anzuerkennen, in Konsequenz der ICJ-Gutachten vom 19.7.2024 zu den Rechtsfolgen der israelischen Besatzung und im Anschluss an die Anerkennungswelle 2024/25 (Spanien, Irland, Norwegen, Slowenien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta, UK).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.14 Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich uneingeschränkt zu ihrer Verpflichtung aus Art. 86 ff. Rom-Statut zu bekennen und die ICC-Haftbefehle vom 21.11.2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant im Falle einer Einreise nach Deutschland zu vollstrecken. Wir lehnen jedes Lavieren wie das von Bundeskanzler Merz im Februar/März 2025 angedeutete „Gastrecht für Netanyahu&quot; entschieden ab. Wir verurteilen die Trump-Sanktionen gegen ICC-Ankläger Karim Khan (Executive Order 14203 vom 6.2.2025) und gegen Francesca Albanese (9.7.2025) und fordern aktive deutsche und europäische Solidarität mit dem ICC.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.15 Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem ICJ-Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192) als Drittstaat nach Art. 63 ICJ-Statut beizutreten — wie es bereits Spanien, Irland, Belgien, die Niederlande, Island, Mexiko, Kolumbien, Türkei, Chile, Brasilien und weitere getan haben (Stand März 2026). Die deutsche Verweigerungshaltung ist mit Albaneses Befund einer „Drittstaatenkomplizenschaft&quot; (A/80/492 vom 20.10.2025) nicht vereinbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.16 Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln (lebend und tot) ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung, die nicht mit der Forderung eines israelischen Rückzugs verrechnet werden darf. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21.11.2024 (zurückgenommen Februar 2025 nach bestätigtem Tod) wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.17 Im Rahmen einer systematischen Auseinandersetzung mit Bildungsarbeit über die SWANA-Region fordern wir die Grünen Jugend auf, für ihre Bildungsarbeit folgende thematische Schwerpunkte als orientierende, flexibel erweiterbare zu setzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(1) wissenschaftliche Antisemitismusforschung (Holz, Salzborn, Schwarz-Friesel, Schüler-Springorum, Bergmann, Ullrich, Brumlik, Benz) systematisch zu vermitteln und nicht durch Praxis-Definitionen zu ersetzen,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(2) postkoloniale und materialistisch-feministische Theorie (Said, Massad, Mbembe, Federici, Bhattacharya, Achcar, Hanieh, Butler) als Grundlage zu nutzen und</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(3) konkrete Bildungsbausteine zu Iran (Frauenrevolution), Kurdistan/Rojava, Jemen, Syrien, Palästina, Israel und Türkei zu entwickeln. Wir laden Akteurinnen aus diesen Bewegungen — insbesondere SWANA-Diaspora-Aktivistinnen — zur Mitgestaltung ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4.18 Die sofortige Aussetzung der Zusammenarbeit mit Organisationen oder Bündnissen, falls diese Antisemitismus Aufweisen und/oder Antisemitische Handlungen tolerieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir verstehen mit Joseph Massad (The Persistence of the Palestinian Question, Routledge 2006), dass die „Palästina-Frage&quot; und die „Juden-Frage&quot; gemeinsam aus dem europäischen Antisemitismus und Kolonialismus hervorgegangen sind. Eine Lösung ist nur möglich, wenn Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus gemeinsam überwunden werden — nicht in einer Konkurrenz der Opfererzählungen, sondern in einer gemeinsamen emanzipatorischen Perspektive.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:24:47 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14: Solidarität mit den Bevölkerungen der SWANA-Region — gegen Krieg, Autokratie und Patriarchat von Gaza bis Teheran</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102158</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102158</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische&quot; oder „religiöse&quot; Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.<br>
Theoretisch verorten wir uns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Edward Said</strong> und <strong>Joseph Massad</strong> in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Achille Mbembe</strong> in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Silvia </strong>und <strong>TithiBhattacharya</strong> in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden&quot;, sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Raewyn Connell</strong> in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen&quot; nationalistischer Projekte;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Gilbert Achcar</strong> und <strong>Adam Hanieh</strong> in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>David </strong>in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung&quot;;<br>
– mit <strong>Naomi Klein </strong>in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera&quot;-Visionen) als Disaster Capitalism;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Judith Butler</strong> und <strong>Daniel Boyarin</strong> in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht <em>per se</em> Antisemitismus ist;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>– mit <strong>Hannah Arendt</strong> in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.<br>
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p>– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Solidarität verstehen wir mit Vijay Prashad als Teil einer globalen Süd-Solidarität, die in der Tradition der Bewegung der Blockfreien und des Trikontinentalismus steht — also einer langen antikolonialen Geschichte, in der Staaten und Bewegungen des Globalen Südens sich gegen imperiale Bevormundung organisiert haben. Wir würdigen die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof, die im Januar 2025 gegründete Hague Group unter Führung Kolumbiens und Südafrikas und die palästinensische Befreiungsbewegung als Teil dieses Projekts. Solidarität ist für uns nicht karitativ, sondern strategisch: Es geht um eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht in Washington, Brüssel oder Berlin getroffen werden, sondern in den Gesellschaften, die sie betreffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im Rahmen einer systematischen Auseinandersetzung mit Bildungsarbeit über die SWANA-Region fordern wir die Grünen Jugend auf, für ihre Bildungsarbeit folgende thematische Schwerpunkte als orientierende, flexibel erweiterbare zu setzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (1) wissenschaftliche Antisemitismusforschung (Holz, Salzborn, Schwarz-Friesel, Schüler-Springorum, Bergmann, Ullrich, Brumlik, Benz) systematisch zu vermitteln und nicht durch Praxis-Definitionen zu ersetzen,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (2) postkoloniale und materialistisch-feministische Theorie (Said, Massad, Mbembe, Federici, Bhattacharya, Achcar, Hanieh, Butler) als Grundlage zu nutzen und</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (3) konkrete Bildungsbausteine zu Iran (Frauenrevolution), Kurdistan/Rojava, Jemen, Syrien, Palästina, Israel und Türkei zu entwickeln. Wir laden Akteurinnen aus diesen Bewegungen — insbesondere SWANA-Diaspora-Aktivistinnen — zur Mitgestaltung ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline"><strong>Die sofortige Aussetzung </strong></span><strong>der Zusammenarbeit</strong><span class="underline"><strong> mit Organisationen oder Bündnissen,falls diese Antisemitismus Aufweisen und/oder Antisemitische Handlungen tolerieren.</strong></span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln — lebend wie tot — ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung. Sie wurde im Rahmen der Phase 1 des am 10. Oktober 2025 in Kraft getretenen Waffenstillstandsabkommens weitgehend umgesetzt, hätte aber zu keinem Zeitpunkt gegen den israelischen Rückzug aus Gaza aufgerechnet werden dürfen — zumal dieser von israelischer Seite bis heute nicht eingehalten wurde. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21. November 2024 — zurückgenommen im Februar 2025 nach bestätigtem Tod — wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:11:33 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102157</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102157</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische&quot; oder „religiöse&quot; Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.<br>
Theoretisch verorten wir uns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Edward Said</strong> und <strong>Joseph Massad</strong> in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Achille Mbembe</strong> in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Silvia </strong>und <strong>TithiBhattacharya</strong> in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden&quot;, sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Raewyn Connell</strong> in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen&quot; nationalistischer Projekte;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Gilbert Achcar</strong> und <strong>Adam Hanieh</strong> in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>David </strong>in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung&quot;;<br>
– mit <strong>Naomi Klein </strong>in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera&quot;-Visionen) als Disaster Capitalism;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Judith Butler</strong> und <strong>Daniel Boyarin</strong> in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht <em>per se</em> Antisemitismus ist;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Hannah Arendt</strong> in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.<br>
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Solidarität verstehen wir mit Vijay Prashad als Teil einer globalen Süd-Solidarität, die in der Tradition der Bewegung der Blockfreien und des Trikontinentalismus steht — also einer langen antikolonialen Geschichte, in der Staaten und Bewegungen des Globalen Südens sich gegen imperiale Bevormundung organisiert haben. Wir würdigen die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof, die im Januar 2025 gegründete Hague Group unter Führung Kolumbiens und Südafrikas und die palästinensische Befreiungsbewegung als Teil dieses Projekts. Solidarität ist für uns nicht karitativ, sondern strategisch: Es geht um eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht in Washington, Brüssel oder Berlin getroffen werden, sondern in den Gesellschaften, die sie betreffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im Rahmen einer systematischen Auseinandersetzung mit Bildungsarbeit über die SWANA-Region fordern wir die Grünen Jugend auf, für ihre Bildungsarbeit folgende thematische Schwerpunkte als orientierende, flexibel erweiterbare zu setzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (1) wissenschaftliche Antisemitismusforschung (Holz, Salzborn, Schwarz-Friesel, Schüler-Springorum, Bergmann, Ullrich, Brumlik, Benz) systematisch zu vermitteln und nicht durch Praxis-Definitionen zu ersetzen,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (2) postkoloniale und materialistisch-feministische Theorie (Said, Massad, Mbembe, Federici, Bhattacharya, Achcar, Hanieh, Butler) als Grundlage zu nutzen und</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>o (3) konkrete Bildungsbausteine zu Iran (Frauenrevolution), Kurdistan/Rojava, Jemen, Syrien, Palästina, Israel und Türkei zu entwickeln. Wir laden Akteurinnen aus diesen Bewegungen — insbesondere SWANA-Diaspora-Aktivistinnen — zur Mitgestaltung ein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln — lebend wie tot — ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung. Sie wurde im Rahmen der Phase 1 des am 10. Oktober 2025 in Kraft getretenen Waffenstillstandsabkommens weitgehend umgesetzt, hätte aber zu keinem Zeitpunkt gegen den israelischen Rückzug aus Gaza aufgerechnet werden dürfen — zumal dieser von israelischer Seite bis heute nicht eingehalten wurde. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21. November 2024 — zurückgenommen im Februar 2025 nach bestätigtem Tod — wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:09:01 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102156</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische&quot; oder „religiöse&quot; Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.<br>
Theoretisch verorten wir uns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Edward Said</strong> und <strong>Joseph Massad</strong> in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Achille Mbembe</strong> in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Silvia </strong>und <strong>TithiBhattacharya</strong> in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden&quot;, sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Raewyn Connell</strong> in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen&quot; nationalistischer Projekte;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Gilbert Achcar</strong> und <strong>Adam Hanieh</strong> in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>David </strong>in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung&quot;;<br>
– mit <strong>Naomi Klein </strong>in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera&quot;-Visionen) als Disaster Capitalism;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Judith Butler</strong> und <strong>Daniel Boyarin</strong> in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht <em>per se</em> Antisemitismus ist;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Hannah Arendt</strong> in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.<br>
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Solidarität verstehen wir mit Vijay Prashad als Teil einer globalen Süd-Solidarität, die in der Tradition der Bewegung der Blockfreien und des Trikontinentalismus steht — also einer langen antikolonialen Geschichte, in der Staaten und Bewegungen des Globalen Südens sich gegen imperiale Bevormundung organisiert haben. Wir würdigen die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof, die im Januar 2025 gegründete Hague Group unter Führung Kolumbiens und Südafrikas und die palästinensische Befreiungsbewegung als Teil dieses Projekts. Solidarität ist für uns nicht karitativ, sondern strategisch: Es geht um eine Welt, in der politische Entscheidungen nicht in Washington, Brüssel oder Berlin getroffen werden, sondern in den Gesellschaften, die sie betreffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln — lebend wie tot — ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung. Sie wurde im Rahmen der Phase 1 des am 10. Oktober 2025 in Kraft getretenen Waffenstillstandsabkommens weitgehend umgesetzt, hätte aber zu keinem Zeitpunkt gegen den israelischen Rückzug aus Gaza aufgerechnet werden dürfen — zumal dieser von israelischer Seite bis heute nicht eingehalten wurde. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21. November 2024 — zurückgenommen im Februar 2025 nach bestätigtem Tod — wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:07:17 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102155</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische&quot; oder „religiöse&quot; Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.<br>
Theoretisch verorten wir uns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Edward Said</strong> und <strong>Joseph Massad</strong> in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Achille Mbembe</strong> in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Silvia </strong>und <strong>TithiBhattacharya</strong> in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden&quot;, sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Raewyn Connell</strong> in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen&quot; nationalistischer Projekte;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Gilbert Achcar</strong> und <strong>Adam Hanieh</strong> in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>David </strong>in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung&quot;;<br>
– mit <strong>Naomi Klein </strong>in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera&quot;-Visionen) als Disaster Capitalism;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Judith Butler</strong> und <strong>Daniel Boyarin</strong> in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht <em>per se</em> Antisemitismus ist;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Hannah Arendt</strong> in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.<br>
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die bedingungslose und unverzügliche Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln — lebend wie tot — ist eine eigenständige humanitäre und politische Forderung. Sie wurde im Rahmen der Phase 1 des am 10. Oktober 2025 in Kraft getretenen Waffenstillstandsabkommens weitgehend umgesetzt, hätte aber zu keinem Zeitpunkt gegen den israelischen Rückzug aus Gaza aufgerechnet werden dürfen — zumal dieser von israelischer Seite bis heute nicht eingehalten wurde. Hamas und alle anderen bewaffneten Fraktionen müssen sich entwaffnen und aus jeder politisch-militärischen Rolle in Gaza zurückziehen, wie es der ICC-Haftbefehl gegen Mohammed Deif vom 21. November 2024 — zurückgenommen im Februar 2025 nach bestätigtem Tod — wegen Mord, Ausrottung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme rechtlich begründet.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 13:05:45 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Änderungsantrag zu A19: Suchtklinik retten – Versorgungslücken verhindern!</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Suchtklinik-retten-Versorgungslucken-verhindern-55629/105960</link>
                        <author>Maxim Guraj (KV Wolfenbüttel)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Suchtklinik-retten-Versorgungslucken-verhindern-55629/105960</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_57356_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 8 bis 10 einfügen:</h4><div><p>Versorgung suchtkranker Kinder und Jugendlicher langfristig zu sichern und auszubauen.<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;"> Wir fordern dazu eine Aufhebung des Aufnahmestopps an der Dietrich Bonhoeffer-Klinik. Die Sicherung des jetzigen Bettbestands muss gewährleistet werden.</ins><br>Dazu setzt sich die Grüne Jugend Niedersachsen insbesondere ein für:</p></div></div></section>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 12:58:00 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102152</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102152</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präambel. </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische&quot; oder „religiöse&quot; Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.<br>
Theoretisch verorten wir uns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Edward Said</strong> und <strong>Joseph Massad</strong> in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Achille Mbembe</strong> in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Silvia </strong>und <strong>TithiBhattacharya</strong> in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden&quot;, sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Raewyn Connell</strong> in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen&quot; nationalistischer Projekte;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Gilbert Achcar</strong> und <strong>Adam Hanieh</strong> in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>David </strong>in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung&quot;;<br>
– mit <strong>Naomi Klein </strong>in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera&quot;-Visionen) als Disaster Capitalism;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Judith Butler</strong> und <strong>Daniel Boyarin</strong> in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht <em>per se</em> Antisemitismus ist;</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br><strong>– mit <strong>Hannah Arendt</strong> in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.<br>
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 12:13:48 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102151</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.13 Iran — Jin, Jiyan, Azadî. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit der iranischen Frauenrevolution unter dem aus der kurdischen Frauenbewegung stammenden Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ / „Frau, Leben, Freiheit“. Ausgelöst wurde sie durch den Tod der 22-jährigen kurdischen Iranerin Jina Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei; die UN-Untersuchungsmission hat staatliche Verantwortung für ihren Tod festgestellt. Das Khamenei-Regime begegnet der Bewegung seither mit massiver Repression. Die Zahl der Hinrichtungen ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, darunter Frauen sowie Angehörige ethnischer und sexueller Minderheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erinnern an die hingerichteten Aktivisten Mohsen Shekari, Majidreza Rahnavard, Mohammad Mehdi Karami, Seyyed Mohammad Hosseini, Mohammad Ghobadlou und Abbas „Mojahed“ Kourkouri. Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Toomaj Salehi. Angesichts der anhaltenden Gewalt, der Massaker an Protestierenden und der zunehmenden Instabilität im Land verstärkt sich der autoritäre Charakter des Regimes weiter. Zugleich bleiben queere, ethnische und politische Minderheiten, insbesondere Kurdinnen und Belutsch*innen, in besonderem Maße von Verfolgung betroffen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern ein humanitäres Aufnahmeprogramm für verfolgte Aktivist*innen, Frauen, Queers und Angehörige unterdrückter Minderheiten, gezielte Sanktionen gegen verantwortliche Richter, Vernehmer und Vollstreckende, ein neues Atomabkommen nur unter der Voraussetzung eines verbindlichen Hinrichtungsmoratoriums sowie konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir fordern:</strong> – die Listung der <strong>IRGC und der Quds-Force als Terrororganisationen auf der EU-Terrorliste</strong>; – ein <strong>humanitäres Aufnahmeprogramm</strong> für iranische Aktivist*<em>innen, Frauen, Queers und Angehörige verfolgter Minderheiten (Kurd</em>innen, Belutsch*innen, Bahá&#039;í); – Sanktionen gegen iranische Richter, Vernehmer und Hinrichtungs-Verantwortliche analog zum US Magnitsky-Regime; – ein <strong>konditioniertes Verhandlungsregime</strong>: kein neues Atomabkommen ohne ein verbindliches Hinrichtungs-Moratorium; – konsequente Asylgewährung statt Abschiebungen in den Iran. Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 12:10:09 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102150</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102150</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Gemeinsame Krisendynamik im SWANA-Raum</p>
Die Konflikte im Jemen, in Syrien und in der Türkei sind als Ausdruck einer gemeinsamen regionalen Krisendynamik im SWANA-Raum zu verstehen. Sie sind verbunden durch autoritäre Herrschaft, militärische Gewalt, Besatzung, ausländische Interventionen und die systematische Verfolgung von Oppositionellen und Minderheiten. Diese Konflikte wirken nicht nebeneinander, sondern aufeinander ein: Sie verschieben Machtverhältnisse in der Region, verschärfen Repression und Krieg und verschließen politische Handlungsspielräume für emanzipatorische Kräfte. Besonders betroffen sind Oppositionelle, Kurdinnen, religiöse und ethnische Minderheiten sowie FLINTA*s, die in allen drei Kontexten ähnlichen Unterdrückungs- und Gewaltverhältnissen ausgesetzt sind.<br>
Diese Krisendynamik ist nicht von ihrer ökonomischen Grundlage zu trennen. Krieg, Besatzung und autoritäre Herrschaft sind in der Region eng mit kapitalistischer Verwertungslogik verflochten: durch Rüstungsexporte aus dem globalen Norden, die Konflikte materiell befeuern und Konzernen Milliardengewinne sichern; durch fossile Energie- und Rohstoffinteressen, die geopolitische Allianzen mit autokratischen Regimen begründen; durch eine Wiederaufbau-Ökonomie, die Zerstörung in Profit verwandelt und Menschen in den Trümmern als Arbeitskraft und Konsumentinnen neu verfügbar macht; und durch eine regionale Klassenstruktur, in der Kapital aus den Golfstaaten autoritäre Stabilisierung und neoliberale Restrukturierung gleichermaßen finanziert. Wer Krieg und Repression in der Region bekämpfen will, muss auch ihre ökonomischen Profiteurinnen benennen — in der Region wie hier.
<p>Zugleich verdeutlichen die Entwicklungen, dass regionale Machtkonflikte weit über die nationalen Grenzen der einzelnen Staaten hinauswirken und humanitäre wie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Region entfalten.</p><p>Als Grüne Jugend stellen wir uns klar an die Seite aller Menschen im SWANA-Raum, die unter diesen miteinander verflochtenen Herrschafts- und Gewaltstrukturen leiden. Unsere politische Praxis zeichnet sich durch Solidarität mit den Leidtragenden in der Region aus. Diesem Anspruch wollen wir mit künftigen Beschlüssen und in unserer Bildungsarbeit gerecht werden.</p><p><br></p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 12:06:55 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102149</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102149</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2.14 Kurdistan / Rojava — Frauenrevolution und demokratischer Konföderalismus</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erklären unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im SWANA-Raum sowie mit dem Projekt der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES/DAANES). Das dort seit 2012/2014 erprobte Modell des Demokratischen Konföderalismus verbindet basisdemokratische Räte, ökologische Selbstverwaltung und Frauenbefreiung als zentrale Grundpfeiler. Es versteht sich als praktischer Ansatz jenseits des Nationalstaats.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die kurdischen Gebiete sind seit Jahren massiver militärischer Gewalt ausgesetzt. Besonders betroffen ist Rojava, wo Angriffe auf zivile Infrastruktur die Bevölkerung schwer treffen, und grundlegende Versorgungsstrukturen gefährden. Zugleich werden kurdische Aktivist*innen in Deutschland weiterhin kriminalisiert, obwohl die PKK 2025 ihre Selbstauflösung erklärt hat.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Aufhebung des PKK-Betätigungsverbots in Deutschland und die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste als überfällige Reaktion auf die Selbstauflösung 2025. Außerdem fordern wir ein Ende deutscher Rüstungsexporte und Patriot-Stationierungen in der Türkei, den Stopp von Abschiebungen kurdischer Aktivist*innen in die Türkei oder den Iran sowie internationalen Druck zum Schutz kurdischer Selbstverwaltungsrechte in Syrien. Die Angriffe auf zivile Infrastruktur müssen als völkerrechtswidrig anerkannt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.14</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 12:03:49 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102148</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102148</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien desVölkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massiveVertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewussteErzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärerHilfe.</p><p>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen nach Art II der UN-Völkermordkonvention durch die folgende Einordnung an:</p><p>– die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist;</p><p>– die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen;</p><p>– die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;);</p><p><br>
– die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut);</p><p>– die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</p><p><br></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.14</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 11:59:28 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102147</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der die rechte Regierung Netanyahu (Likud) mit ihren fasch Koalitionspartnern Otzma Yehudit (Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit) und Religiöser Zionismus (Bezalel Smotrich, Finanzminister und Minister im Verteidigungsministerium mit Zuständigkeit für die Verwaltung der Westbank) Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention:</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Das ist eine klare Überschreitung des Selbstverteidigungsrechts. Wir verurteilen einen solchen Missbrauch internationalen Rechts zur Legitimierung kollektiver Bestrafung, ethnischer Vertreibung und systematischer Vernichtung, auf das Schärfste. Dieser Missbrauch verletzt die universellen Menschenrechte und zerstört das Vertrauen in jene Rechtsinstitutionen, die den Schutz der Menschenrechte und damit der Zivilbevölkerung erst gewährleisten sollen. Die GRÜNE JUGEND NDS erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen als solchen an.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.14</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 11:53:52 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102145</link>
                        <author>Yola Karlotta Kreitlow, KV Hannover  Ophelia-Aurora Christian, KV Göttingen  Pia Bänecke KV Harburg-Land  Lilly-Marie Arand, KV Göttingen  Friwi Stahlhut, KV Schaumburg  Hoang Long David Duong KV Emsland-Grafschaft Bentheim  Espen Rechtsteiner, KV Lüneburg  Claas Nutbohm, KV Hannover  Cenk Yilmaz, KV Hameln-Pyrmont  Elias Gleditzsch, KV Göttingen (dort beschlossen am: 27.04.2026)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Antragstext: </span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>1.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>2.</strong> Die Auffassungen der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN sind die folgenden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Konflikt zwischen Palästina und Israel ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen, traumatischen Geschichte, die die Menschen aller Staats- und Religionszugehörigkeiten in der Region durch Gewalt, Vertreibung und tiefgreifendes Leid bis heute prägt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der Terroranschlag der radikal-islamistischenHamas am 7. Oktober 2023 war ein abscheuliches Verbrechen, das wir aufs Schärfste verurteilen. Es war der schwerwiegendste Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah.Der „Kampf“ der Hamas ist kein Befreiungskampf, sondern anhaltender Terror und massive Menschenrechtsverletzung. Er muss als das benannt werden, was er ist: systematische Gewalt gegen Unschuldige. Wir verurteilen jede Verletzung der universellen Menschenrechte und damit derartige Angriffe auf Zivilist*innen, darunter fallen die Tötung, die Geiselnahme und die Behandlung der Geiseln durch die Hamas.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen*Juden, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Der israelische Staat, der seit 1948 existiert, hat wie jeder Staat Souveränität sowie ein Selbstverteidigung und Existenzrecht, das immer unter Wahrung des Völkerrechts ausgeübt werden muss. Dabei leiten sich die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht direkt aus dem Völkerrecht ab. Die Anerkennung eines Existenzrechts ist dabei politischer und nicht juristischer Natur. Wir schließen uns der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung dieden Staat Israel auf Basis der Grenzziehung vom 4. Juni 1967 anerkennen an. Mit Stand April 2026 erkennen rund 158 der 193 UN-Mitgliedstaaten Palästina als Staat an, davon mehrere westeuropäische Staaten erst seit 2024 (Spanien, Irland, Norwegen Mai 2024; Slowenien Juni 2024; Frankreich, Belgien, Luxemburg, Malta September 2025; UK Bedingungsannahme September 2025). Deutschland verweigert die Anerkennung weiterhin und folgt damit nicht der Mehrheitsposition der UN-Generalversammlung. Wir bekräftigen, dass Kritik an staatlichem Handeln – auch an der Politik der israelischen Regierung – niemals mit der Abwertung jüdischen Lebens verbunden sein darf. Gleichzeitig erkennen wir an, dass Antisemitismus weltweit zunimmt und gerade auch im Kontext des Nahostkonflikts häufig verstärkt auftritt. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Kritik an israelischer Regierungspolitik darf niemals in antisemitische Narrative, Doppelstandards oder Dämonisierung umschlagen. Unser Ziel ist eine Perspektive, die Sicherheit, Selbstbestimmung und Würde für sowohl Israelis als auch Palästinenser*innen gleichermaßen gewährleistet</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Selbstverteidigungsrecht ist an das humanitäre Völkerrecht gebunden und darf nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen führen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen. Außerdem muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung müssen auch betrachtet werden und dürfen nicht gegen anderes Leid aufgerechnet oder relativiert werden.Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Massaker der Hamas bleibt verabscheuungswürdig und unentschuldbar. Das völkerrechtlich legitimierte Selbstverteidigungsrecht darf nicht als Vorwand dienen, um kollektive Bestrafung, ethnische Vertreibung und systematische Vernichtung zu legitimieren. Das anhaltende militärische Vorgehen im besetzten Gazastreifen, die Vertreibung im Westjordanland und die militärische Gewalt gegen Zivilist*innen durch rechtsextremistische Siedler*innen sind schwere Verstöße gegen das Völkerrecht. Wir teilen die Einschätzung zahlreicher Expert*innen, die diese systematische Unterdrückung als Apartheid einstufen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Das ist eine klare Überschreitung des Selbstverteidigungsrechts. Wir verurteilen einen solchen Missbrauch internationalen Rechts zur Legitimierung kollektiver Bestrafung, ethnischer Vertreibung und systematischer Vernichtung, auf das Schärfste. Dieser Missbrauch verletzt die universellen Menschenrechte und zerstört das Vertrauen in jene Rechtsinstitutionen, die den Schutz der Menschenrechte und damit der Zivilbevölkerung erst gewährleisten sollen. Die GRÜNE JUGEND NDS erkennt den Genozid an den Palästinenser*innen als solchen an.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Den sogenannten „Trump-Plan“ lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die staatlich gedeckte oder geduldete Gewalt durch Siedler*innen stellt einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht dar, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Die eskalierende Siedler*innengewalt im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem sind Ausdruck staatlich organisierter Herrschafts- und Vertreibungspolitik. Da bewaffnete Siedler*innen systematisch von Armee und Polizei geschützt, begleitet oder aktiv unterstützt werden und dabei faktische Straffreiheit genießen, handelt es sich um staatlich unterstützte Gewalt. Solchen eklatanten Verstößen gegen internationales Recht treten wir mit aller Schärfe entgegen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berichte über die Haftbedingungen palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen sowie die wieder eingeführte Todesstrafe, die nur für Palästinenser*innen gilt, sind erschütternd. Diese systematischen Menschenrechtsverletzungen widersprechen grundlegenden Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Würde und humanitärem Völkerrecht und müssen von der internationalen Gemeinschaft klar benannt und geächtet und beendet werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Am 2. März 2026 startete Israel eine illegale Bodeninvasion in den Libanon. Dabei weist das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon die gleichen Methoden auf wie in Gaza. Es wird gezielt Infrastruktur zerstört: Brücken, Wasseranlagen &amp; Stromnetze. Berichte zeigen, dass die israelische Armee Glyphosat in hohen Konzentrationen versprüht. Das Land bis zum Fluss Litani soll „kontrolliert“ werden, was die de facto völkerrechtswidrige Besatzung des Gebietes bedeutet. Aktuell hält die Armee knapp 6% des Libanon völkerrechtswidrig besetzt. Trotz verkündeter Waffenruhe halten die Kämpfe im Süden des Libanons an. Eine Entwaffnung der islamistischen Terrormiliz Hisbollah kann nur erfolgen, wenn der Libanon die vollständige Kontrolle über sein Staatsgebiet besitzt. Die illegale Bodeninvasion Israels im Libanon verhindert einen gerechten Frieden und destabilisiert die Region weiter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.12</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir verurteilen jede Verherrlichung von radikalem Islamismus sowie Aufrufe zu Gewalt und die Verbreitung antisemitischer Vorurteile zutiefst. Gleichzeitig beobachten wir in Deutschland eine alarmierende Kriminalisierung palästinasolidarischer Bewegungen. Demonstrationen werden verboten, Menschen aus migrantischen und muslimischen Communitys werden unverhältnismäßig kontrolliert, mit Polizei- und Gewaltmaßnahmen konfrontiert oder zum Teil sogar abgeschoben, weil sie ihre Stimme gegen Gewalt, gegen neokolonialistische/imperialistische Strukturen und für ein Selbstbestimmungsrecht erheben. Diese Repression, das politische Schweigen und die pauschale Diffamierung solidarischer Stimmen verschärfen bestehende Machtungleichgewichte massiv und müssen sofort aufhören.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.13 Antisemitismus bekämpfen — wissenschaftlich, nicht definitorisch.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Antisemitismus ist eine eigenständige, persistente Ideologie der Moderne. Wir folgen der Antisemitismusforschung in der Auffassung, dass Antisemitismus als „Konstruktion des Dritten&quot; in nationaler Selbstvergewisserung wirkt (Klaus Holz, <em>Nationaler Antisemitismus</em>, Hamburger Edition 2001), als globale Integrationsideologie verschiedener autoritärer Bewegungen fortwirkt (Samuel Salzborn, <em>Globaler Antisemitismus</em>, Beltz Juventa 2018, S. 28) und in seiner Sprache empirisch in der Mitte der Gesellschaft verankert ist (Monika Schwarz-Friesel/Jehuda Reinharz, <em>Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert</em>, De Gruyter 2013). Antisemitismus zeigt sich klassisch, sekundär (Schuldabwehr, Holocaust-Relativierung), als israelbezogener Antisemitismus und in postkolonialen Verkürzungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Zur IHRA-„Arbeitsdefinition&quot; (2016).</strong> Die durch Bundesregierungs-Beschluss vom 20.9.2017, Bundestags-Beschluss vom 17.5.2019 und erneut durch BT-Drs. 20/13627 vom 7.11.2024 („Nie wieder ist jetzt&quot;) als „maßgeblich&quot; erklärte IHRA-Arbeitsdefinition lehnen wir als alleinige bzw. förderrechtlich verbindliche Grundlage ab — und zwar aus den von der Antisemitismusforschung selbst vorgebrachten Gründen:</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Begriffliche Vagheit und Tautologie:</strong><ul><li>Die Kerndefinition („eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass … ausdrücken kann&quot;) ist unbestimmt und juristisch nicht justiziabel (Peter Ullrich, <em>Gutachten zur „Arbeitsdefinition Antisemitismus&quot; der IHRA</em>, RLS-Paper 2/2019, S. 6 ff.; Hugh Tomlinson QC, <em>Opinion</em>, House of Lords 2017).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Israelbezogene Beispiele als Quasi-Norm:</strong><ul><li>Sieben der elf nicht-bindenden Beispiele beziehen sich auf Israel; in der politischen Anwendung werden sie regelhaft zur Sanktionierung legitimer Israelkritik herangezogen — gegen den ausdrücklichen Willen ihres Hauptautors. <strong>Kenneth Stern</strong>, der Hauptverfasser der ursprünglichen EUMC/IHRA-Definition, hat dies 2019 öffentlich kritisiert: „It was never intended to be a campus hate speech code, but that is exactly how its proponents are trying to weaponize it.&quot; (<em>The Guardian</em>, 13.12.2019; bekräftigt in seiner Senate Judiciary Committee Testimony vom 17.9.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Grundrechtskollision:</strong><ul><li>Lord Justice Sir Stephen Sedley urteilte in der <em>London Review of Books</em> (39:9, 4.5.2017): Die IHRA-Definition setze die Schwelle „needlessly high by stipulating hatred rather than simple hostility&quot; und sei <em>„not prescribed by law&quot;</em> — und damit verfassungsrechtlich kein zulässiger Filter für Kunst-, Wissenschafts- oder Versammlungsfreiheit (Art. 5 GG). Diese Argumentation wird in Deutschland aktuell durch die <strong>Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)</strong> und durch das Gutachten Ighreiz/Kantelhardt/Schayani/Selinger (Verfassungsblog, 13.11.2024) zur Bundestagsresolution 20/13627 fortgeführt.</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Praktische Wirkung:</strong><ul><li>Anwendungsfälle (documenta fifteen, Berlinale 2024, Förderausschlüsse jüdischer Antizionist*innen wie Nancy Fraser, Deborah Feldman, Masha Gessen) zeigen einen Disziplinierungs-Effekt, der über die Antisemitismus-Bekämpfung hinaus die Meinungsfreiheit auch jüdischer Stimmen einschränkt (Mann/Yona, <em>Verfassungsblog</em> 7.11.2024).</li></ul></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Wir lehnen jedoch ausdrücklich auch die unkritische Übernahme der Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA, 2021) als Ersatzdefinition ab.</strong> Definitionskämpfe ersetzen keine analytische Antisemitismus-Bekämpfung. Wir orientieren uns stattdessen an der <em>kontextuellen, theoretisch fundierten</em> Antisemitismusforschung und schließen uns Klaus Holz&#039; Forderung an, beide Praxisdefinitionen für ihre „begrifflichen Unklarheiten an zentraler Stelle&quot; zu kritisieren und stattdessen wissenschaftliche Begriffsarbeit zu fördern (Holz, <em>Definitionen von Antisemitismus</em>, bpb.de 2024).</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Konkret fordern wir,</strong> dass öffentliche Förderung antisemitismuskritischer Bildungs- und Forschungsarbeit nicht von der Übernahme einer politischen Definition abhängig gemacht wird, sondern an inhaltlich-fachlichen Kriterien orientiert wird, die die wissenschaftliche Antisemitismusforschung entwickelt hat (vgl. Brumlik, <em>Postkolonialer Antisemitismus?</em>, VSA 2021/22; Benz, <em>Streitfall Antisemitismus</em>, Metropol 2020; Bergmann/Schüler-Springorum am ZfA Berlin).&quot;</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>2.14</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für uns geht Zionismuskritik nicht direkt mit Antisemitismus einher. Zionismus muss differenziert betrachtet werden, da dieser einerseits eine Nationalbewegung war und ist und andererseits einen nationalistischen Teil hat. Eine Nationalbewegung setzt sich für Selbstbestimmung und Souveränität ein, während Nationalismus die Merkmale der eigenen ethnischen Gemeinschaft überhöht und als wertvoller gegenüber anderen Gemeinschaften betrachtet. Wir kritisieren alle Formen von Nationalismus aufs Schärfste und damit auch den Zionismus, welcher über die Nationalbewegung und die damit einhergehende Souveränität Israels hinausgeht. Häufig analysiert Zionismuskritik lediglich postkoloniale Machtverhältnisse, Besatzungspolitik und Unterdrückung, während Antisemitismus sich gegen Jüdinnen*Juden, Menschen, Religion oder Kultur richten. Diese Unterscheidung ist politisch essenziell, um Unterdrückung konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig das jüdische Leben solidarisch zu schützen. Dem legen wir die Antisemitismusdefinition der Jerusalem Convention zugrunde.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>3.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir stehen auf der Seite der Leidtragenden in Westasien. Solidarität darf niemals Ausdruck oder Deckmantel für Hass, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und/oder jede andere Form der Diskriminierung sein. Wir stehen für eine solidarische Politik, die marginalisierte Stimmen stärkt und globale Gerechtigkeit sucht, ohne Hierarchien des Leids.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Beschluss markiert den Beginn eines umfassenden Aufarbeitungsprozesses innerhalb der GRÜNEN JUGEND sowie der grünen Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>4.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand und die Teams der GRÜNEN JUGEND NIEDERSACHSEN, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Kompetenzen im Land Niedersachsen, den Kommunen, in der grünen Partei, der Landtagsfraktion der Grünen, in der Öffentlichkeit sowie im Bundesverband der GRÜNEN JUGEND für folgende Forderungen einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.1</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen sowie den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, um die akute Hungersnot und das Sterben der Zivilbevölkerung zu beenden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.2</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Anerkennung des Genozids an den Palästinenser*innen durch die Bundesregierung sowie die Unterstützung internationaler Rechtsinstitutionen wie des IGH bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.3</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Für die sofortige Anerkennung von Palästina als Staat.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.4</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte nach Israel, solange diese Waffen für völkerrechtswidrige Handlungen und die Aufrechterhaltung der Besatzung genutzt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.5</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung und des Siedlungsbaus im Westjordanland sowie in Ostjerusalem einschließlich wirksamer Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und deren staatliche Unterstützungsstrukturen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.6</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den sofortigen Rückzug aus allen völkerrechtswidrig besetzten Gebieten in Syrien und im Libanon</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.7</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die uneingeschränkte Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Palästinenser*innen und die Ablehnung jeglicher Pläne, die ohne deren Einbindung über ihre Zukunft entscheiden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.8</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Den Schutz der Versammlungsfreiheit und die Beendigung der Kriminalisierung palästinasolidarischer Proteste in Deutschland, um den zivilgesellschaftlichen Handlungsraum wieder zu öffnen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.9</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Freilassung aller willkürlich inhaftierten palästinensischen Gefangenen und eine unabhängige Untersuchung der Berichte über Folter und Misshandlungen in israelischen Haftanstalten.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.10</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Förderung einer differenzierten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, die die historischen und aktuellen Kontexte des Zionismus als jüdische Nationalbewegung sowie die Geschichte des Antisemitismus vermittelt. Auf Basis der Jerusalem Declaration muss konsequent über Antisemitismus aufgeklärt und jüdisches Leben geschützt werden, während gleichzeitig der Raum für legitime, nicht-antisemitische Kritik an Nationalismus, Besatzung und postkolonialen Machtverhältnissen gewahrt bleibt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>4.11</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die sofortige Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens, solange die israelische Regierung gegen die in Artikel 2 festgeschriebene Achtung der Menschenrechte verstößt.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.1.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Konflikt ist deshalb so schmerzhaft, weil zwei nationale Identitäten auf demselben Boden um ihre Existenz ringen. Die Verbindung aus historischen Traumata, wie der Shoah und der Nakba, sowie das tägliche Erleben von Gewalt führen zu einer tiefen gegenseitigen Entfremdung und existenzieller Angst auf beiden Seiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.2. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, deren Gewalt und Brutalität sich gegen grundlegende Prinzipien von Menschlichkeit und Völkerrecht richten und auch das Leid der palästinensischen Bevölkerung verschärfen. Die gezielte Ermordung und Verschleppung von Hunderten Zivilisten sowie der Einsatz massiver Gewalt gegen Unschuldige machen diesen Angriff zu einem Akt des Terrors, der durch kein politisches Ziel völkerrechtlich zu rechtfertigen ist. Da die Taten bewusst darauf ausgelegt waren, maximale zivile Opfer zu fordern und eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren, widersprechen sie allen universellen Menschenrechten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(1) <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54655/nahost/"><span class="underline">Nahost | Kriege und Konflikte | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.3.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Shoah markiert als systematischer Völkermord einen beispiellosen Zivilisationsbruch. Dieser bildete die historische Grundlage für das moderne Verständnis der Menschenrechte. Aus der Verantwortung Deutschlands ergibt sich die dauerhafte Verpflichtung, Diskriminierung und Verfolgung entschlossen entgegenzutreten. Die universelle Geltung des Völkerrechts muss weltweit verteidigt werden, um die Würde jedes einzelnen Menschen zu bewahren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(2) <a href="https://www.bpb.de/themen/holocaust/?field_filter_format=all&amp;field_tags_keywords%5B0%5D=-1&amp;d=1"><span class="underline">Holocaust | Themen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.4.</span><br>
Die staatliche Souveränität Israels ist eine völkerrechtliche Tatsache, die auf der Drei-Elemente-Lehre sowie der UN-Charta basiert. Diese rechtliche Stellung ist jedoch kein statischer Freibrief, sondern bleibt an klare internationale Bedingungen geknüpft. Das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta steht unter dem Primat des humanitären Völkerrechts. Jede militärische Handlung muss zwingend die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit wahren und den Schutz der Zivilbevölkerung garantieren. Verstöße gegen diese Normen führen unmittelbar zum Verlust der völkerrechtlichen Legitimität. Die internationale Legitimität Israels stützt sich maßgeblich auf den Konsens der Grenzen von 1967. Die Anerkennung durch 157 Staaten verdeutlicht, dass Souveränität nicht in einem territorialen Vakuum existiert. Jede Ausdehnung über diese Linien hinaus ohne bilaterale Vereinbarung wird als völkerrechtswidrige Besatzung eingestuft. Die Einordnung des Existenzrechts als politischer Begriff unterstreicht dessen Funktion als diplomatisches Werkzeug. Letztlich ist die staatliche Verankerung Israels untrennbar mit der Verpflichtung verbunden, eine regelbasierte Weltordnung zu wahren. Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch die Achtung des Völkerrechts und den Verzicht auf einseitige Gebietsansprüche erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(3) <a href="https://dgvn.de/publications/PDFs/Sonstiges/Charta-der-Vereinten-Nationen.pdf"><span class="underline">Charta der Vereinten Nationen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(4) <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28034/die-souveraene-gleichheit-der-staaten-ein-angefochtenes-grundprinzip-des-voelkerrechts/"><span class="underline">Die souveräne Gleichheit der Staaten - ein angefochtenes Grundprinzip des Völkerrechts | Vereinte Nationen | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(5) <a href="https://www.sozonline.de/2024/12/voelkerrechtlich-gibt-es-den-begriff-existenzrecht-eines-staates-nicht/"><span class="underline">›Völkerrechtlich gibt es den Begriff »Existenzrecht eines Staates« nicht‹ - SoZ - Sozialistische Zeitung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(6) <a href="https://israeled.org/un-security-council-resolution/"><span class="underline">https://israeled.org/un-security-council-resolution/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(7) <a href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Pala%E2%95%A0%C3%AAstina%201947%20und%20Israel%201948%C3%94%C3%87%C3%B41967%282%29.pdf"><span class="underline">Palästina 1947 und Israel 1948–1967(2)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.5.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Recht auf Selbstverteidigung ist kein Freibrief. Es steht unter dem Vorbehalt des humanitären Völkerrechts. Maßnahmen, die Zivilist*innen unverhältnismäßig treffen, verletzen das Prinzip der Unterscheidung zwischen Kombattanten und Unbeteiligten. Militärische Notwendigkeit darf ethische und rechtliche Grundstandards niemals außer Kraft setzen.Ein dauerhafter Frieden erfordert die Auseinandersetzung mit der Nakba von 1948. Die Flucht und Vertreibung von über 700.000 Palästinenser*innen ist eine historische Tatsache, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen. Ohne die Anerkennung dieser Entwurzelung und der daraus resultierenden Diskriminierung bleibt die Analyse des Konflikts einseitig und unvollständig. Menschliches Leid ist universell und darf nicht gegeneinander aufgerechnet werden. Die Empathie für eine Seite darf nicht die Blindheit gegenüber dem Schmerz der anderen bedeuten. Eine gerechte Lösung verlangt, die historische und aktuelle Gewaltspirale zu durchbrechen, indem die Traumata beider Völker gesehen und als Ausgangspunkt für einen Dialog gewürdigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(8) <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de"><span class="underline">Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(9) <a href="https://ihl-databases.icrc.org/en/customary-ihl/v1/rule14"><span class="underline">Customary IHL - Rule 14. Proportionality in Attack</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.6.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die vorliegende Positionierung basiert auf der strikten Unterscheidung zwischen dem legitimen Recht eines Staates auf Selbstverteidigung und den universellen Grenzen des humanitären Völkerrechts. Während das Massaker der Hamas als terroristischer Akt völkerrechtlich und moralisch geächtet ist, entbindet dies die Gegenreaktion nicht von der Einhaltung der Genfer Konventionen. Die Einstufung der Situation als Apartheid oder kollektive Bestrafung ist dabei keine rein politische Rhetorik, sondern das Ergebnis detaillierter juristischer Prüfungen durch internationale Experten und Organisationen. Diese weisen darauf hin, dass die systematische Fragmentierung des palästinensischen Gebiets, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Duldung von Siedlergewalt ein strukturelles Unterdrückungssystem bilden, das dem Völkerrecht widerspricht.Internationale Organisationen stufen die systematische Ungleichbehandlung der Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Apartheid ein. Berichte von UN-Gremien, Amnesty International, Human Rights Watch und B’Tselem weisen auf genozidale Merkmale in Gaza und systematische Kriegsverbrechen hin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(10) <a href="https://www.icj-cij.org/node/204176"><span class="underline">Summary of the Advisory Opinion of 19 July 2024 | INTERNATIONAL COURT OF JUSTICE</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(11) <a href="https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid"><span class="underline">https://www.amnesty.de/israel-besetzte-palaestinensische-gebiete-apartheid</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(12) <a href="https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/report/2021/04/27/eine-schwelle-ueberschritten/die-israelischen-behoerden-und-die-verbrechen-der</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(13) <a href="https://www.btselem.org/publications/fulltext/202101_this_is_apartheid"><span class="underline">A regime of Jewish supremacy from the Jordan River to the Mediterranean Sea: This is apartheid | B&#039;Tselem</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(14) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans"><span class="underline">https://www.ohchr.org/en/press-releases/2023/10/israel-un-expert-warns-collective-punishment-gazans</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.7.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>B&#039;Tselem, die größte Menschenrechtsorganisation in Israel, spricht in einem Report, der im Juli veröffentlicht worden ist, von „Our Genocide“. In dem Report heißt es, dass sich die Haltung der israelischen Regierung seit dem 07. Oktober gegenüber den Palästinenser*innen fundamental geändert hat und der Genozid im Kontext eines über 75 jahrelangen Besatzungs- und Apartheidsregimes betrachtet werden muss. Ebenso darf die seit Jahren eskalierende Gewalt gegenüber den Palästinenser*innen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem nicht negiert werden. Nach UN-Schätzungen wurden seit Oktober 2023 zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende verletzt. In Gaza herrscht eine akute Hungersnot und das Gesundheitssystem ist kollabiert. Die Blockade humanitärer Hilfe und das fortgesetzte Bombardement verletzen elementare Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht durch Israel ist zwar völkerrechtlich legitim, die Legitimität der Handlungen, welche die Vernichtung der Hamas zum Ziel haben sollten, wird jedoch nach den Maßstäben des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beurteilt. Jene Verhältnismäßigkeit ist nach Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht, und Prof. Dr. Stefanie Bock, Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, längst nicht mehr gegeben. Es besteht daher der Vorwurf, dass Israel Schutzbehauptungen für das Vorgehen in Gaza aufstellt, um unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht zu handeln. Das Vorgehen der israelischen Armee, auf Geheiß der rechtsextremen Regierung Israels, im Gazastreifen erfüllt nach Einschätzung des IGH, führender Genozidforschender und der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese zentrale Kriterien des Völkermords gemäß der UN-Konvention: systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe. Eine Kommission der UN bestätigt das. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat wiederholt festgestellt, dass eine reale und unmittelbare Gefahr für die Existenz der palästinensischen Bevölkerung in Gaza besteht und „katastrophale“ Lebensbedingungen herrschen, die durch israelische Handlungen wie kollektive Bestrafung, Vertreibung und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen fortlaufend verschlimmert wurden. Die Berichte von der UN-Sonderberichterstatterin Albanese zeigen, dass diese Gräueltaten Teil jahrzehntelanger politischer Vertreibung sind, die sich zu gezielter Eliminierung und existenzieller Vernichtung ausgeweitet haben, unterstützt durch gezielte Zerstörung, wirtschaftliche Blockade und systematisches Aushungern. Untersuchungen von Genozidforscher*innen belegen, dass sowohl Mittel (Waffengewalt, Infrastrukturzerstörung, Aussetzung medizinischer und humanitärer Versorgung) als auch erklärter Vorsatz (zahlreiche öffentliche Stellungnahmen, gezielte Vertreibungspolitik) klar auf das Ziel abzielen, die palästinensische Bevölkerung als Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten. Expertengremien (u.a. IAGS) und internationale Ermittlungen gelangen zu dem Ergebnis, dass der Völkermordtatbestand in Gaza erfüllt ist und die internationale Gemeinschaft ihrer Pflicht zum Schutz der bedrohten Bevölkerung nachkommen muss.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(15) <a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202507_our_genocide_eng.pdf"><span class="underline">July 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(16) <a href="https://www.icj-cij.org/case/192"><span class="underline">Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(17) <a href="https://docs.un.org/en/A/79/384"><span class="underline">A/79/384 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(18) <a href="https://docs.un.org/en/A/HRC/59/23"><span class="underline">A/HRC/59/23 General Assembly</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(19) <a href="https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/coiopt/a-80-492-advance-unedited-version.pdf"><span class="underline">A/80/492 Advance unedited version</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(20) <a href="https://genocidescholars.org/wp-content/uploads/2025/08/IAGS-Resolution-on-Gaza-FINAL.pdf"><span class="underline">IAGS Resolution on the Situation in Gaza Recognising that, since the horrific Hamas-led attack of 7 October 2023, which itself c</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(21) <a href="https://imeu.org/resources/resources/quick-facts-the-palestinian-nakba-catastrophe/142"><span class="underline">Quick Facts: The Palestinian Nakba (Catastrophe) | ALL RESOURCES</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(22) <a href="https://www.ghwk.de/de/blog/never-again-is-now"><span class="underline">Never again is now | Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(23) <a href="https://verfassungsblog.de/genozid-in-gaza/"><span class="underline">Genozid in Gaza?</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.8. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In seinem Kern ist der Trump-Plan kein Plan für Frieden, sondern ein Versuch, die Realität der Besatzung und des Kolonialismus zu festigen und international salonfähig zu machen. Die verabschiedete UN-Resolution 2803 des Security Council von November 2025, stellt keine Legitimation dar, sondern die Internationalisierung und Institutionalisierung kolonialer und repressiver Politik, die den Prinzipien von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten widerspricht. (8)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(24) <a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><span class="underline">S/RES/2803 (2025) Security Council</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.9. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Human Rights Watch beurteilt dieses Vorgehen als gezielte, systematische Vertreibung und sieht deutliche Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Gewalt dient nach Einschätzung der UN explizit der Durchsetzung von Landnahme, der Vertreibung palästinensischer Gemeinden und der Ausweitung illegaler Außenposten und Siedlungen, was zu tausendfacher Zerstörung von Häusern, brennenden Dörfern und massiver Entrechtung führt. Die internationale Gemeinschaft, darunter der Internationale Gerichtshof und die UN-Generalversammlung, hat wiederholt klargestellt, dass alle israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet, ausdrücklich einschließlich Ostjerusalems, völkerrechtswidrig sind, gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßen und als Teil einer rechtswidrigen Besatzung und Annexion beendet sowie vollständig geräumt werden müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(25) <a href="https://www.hrw.org/report/2025/11/20/all-my-dreams-have-been-erased/israels-forced-displacement-of-palestinians-in-the"><span class="underline">“All My Dreams Have Been Erased”: Israel’s Forced Displacement of Palestinians in the West Bank | HRW</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(26) (<a href="https://www.hrw.org/news/2025/11/20/west-bank-israel-emptying-refugee-camps-a-crime-against-humanity"><span class="underline">West Bank: Israel Emptying Refugee Camps a Crime Against Humanity</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(27) (<a href="https://www.ochaopt.org/content/northern-west-bank-humanitarian-response-update-21-january-30-april-2025"><span class="underline">Northern West Bank Humanitarian Response Update | 21 January - 30 April 2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(28) <a href="https://britainpalestineproject.org/iron-wall-how-israel-is-demographically-re-engineering-the-west-bank/"><span class="underline">‘Iron Wall’: How Israel is demographically re-engineering the West Bank - Peace with justice, security and equal rights for Israelis and Palestinians</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(29) <a href="https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/iron-wall-or-iron-fist-palestinian-militancy-and-israels-campaign-reshape-northern-west-bank"><span class="underline">Iron Wall or iron fist? Palestinian militancy and Israel’s campaign to reshape the northern West Bank - occupied Palestinian territory | ReliefWeb</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(30) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-briefing-notes/2025/07/israel-must-stop-killings-and-home-demolitions-occupied-west-bank"><span class="underline">Israel must stop killings and home demolitions in occupied West Bank | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">(31) </span><a href="https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/2702614-2702614"><span class="underline">Federal Foreign Office on Israel’s military operation “Iron Wall”</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.10. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und Medico International dokumentieren überzeugend, dass palästinensische Häftlinge systematischer Misshandlung, Folter und willkürlicher Inhaftierung ausgesetzt sind. Seit Oktober 2023 sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen über 70 Gefangene in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(32) <a href="https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/israel-besetztes-palaestinensisches-gebiet-2024"><span class="underline">Israel und besetztes palästinensisches Gebiet 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(33) <a href="https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/israel-and-palestine"><span class="underline">World Report 2025: Israel and Palestine | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(34) <a href="https://www.phr.org.il/wp-content/uploads/2025/02/6265_DetentionReport_Eng.pdf"><span class="underline">UNLAWFULLY DETAINED, TORTURED, AND STARVED:</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(35) <a href="https://www.btselem.org/publications/202408_welcome_to_hell"><span class="underline">Welcome to Hell: The Israeli Prison System as a Network of Torture Camps | B&#039;Tselem</span></a><a href="https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf"><span class="underline">https://www.btselem.org/sites/default/files/publications/202601_living_hell_eng.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(36) <a href="https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/ethnic-cleansing-concerns-gaza-and-west-bank-amid-intensified-violence-and"><span class="underline">Ethnic cleansing concerns in Gaza and West Bank amid intensified violence and forcible transfers by Israel – UN report | OHCHR</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.11. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Eskalation des Konflikts hat zu einer erweiterten israelischen Bodenoffensive im Südlibanon geführt. Israel verfolgt dabei das strategische Ziel, dauerhafte militärische Kontrolle über das Gebiet südlich des Litani-Flusses zu erlangen und dieses in eine „permanente Sicherheitslinie“ umzuwandeln. Die israelische Regierung ordnete die Beschleunigung von Hauszerstörungen in Grenzdörfern an und verwies explizit auf militärische Vorgehensweisen, die zuvor im Gazastreifen (z. B. in Beit Hanoun und Rafah) angewendet wurden. Dieser Ansatz, der als „Gaza-Modell“ bezeichnet wird, beinhaltet die weitreichende Zerstörung strategischer und ziviler Infrastruktur, einschließlich aller Brücken über den Litani sowie Schulen und Gesundheitszentren. Human Rights Watch (HRW) warnt, dass die Maßnahmen, zu denen auch umfassende Evakuierungsaufforderungen für südliche Regionen und Vororte Beiruts zählen, Kriegsverbrechen wie Zwangsumsiedlung und mutwillige Zerstörung darstellen könnten. Über eine Million Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben, und israelische Beamte haben angekündigt, dass Hunderttausende schiitischer Anwohner die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt bleiben wird, solange die Sicherheit Nordisraels nicht gewährleistet ist.<br><br>
(37) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2026/03/23/israelische-regierung-kuendigt-verstaerkte-graeueltaten-im-libanon-an"><span class="underline">Israelische Regierung kündigt verstärkte Gräueltaten im Libanon an | Human Rights Watch</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(38) <a href="https://esut.de/2026/03/meldungen/69278/front-im-suedlibanon-israel-weitet-bodenoffensive-aus-und-zerstoert-strategische-infrastruktur-am-litani-fluss/"><span class="underline">Südlibanon: Israel weitet Bodenoffensive aus und zerstört Infrastruktur am Litani-Fluss</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(39) <a href="https://www.spiegel.de/ausland/israel-bombardiert-die-hisbollah-schiesst-zurueck-den-preis-zahlen-die-libanesen-a-4949e068-ffd3-4cf5-ba42-14977105ab8a?sara_ref=re-so-app-sh"><span class="underline">Libanon: Wie eine erschöpfte Bevölkerung die Hoffnung verliert - DER SPIEGEL</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.12.</span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Verurteilung von Antisemitismus und religiösem Extremismus ist völkerrechtlich und grundgesetzlich verankert. Gleichzeitig betonen internationale Beobachter, dass die Einschränkung der Versammlungsfreiheit und die pauschale Kriminalisierung von Protesten gegen die Situation in Gaza rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Die Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der legitime Kritik an staatlichem Handeln oder die Forderung nach Selbstbestimmung mit dem Schüren von Hass gleichgesetzt wird. Dies führt zu einer Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen und untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die steigende Repression zeigt sich auch in dem CIVICUS-Bericht 2025, der die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume als „beschränkt&quot; und damit auf der 3. von 5 Stufen eingestuft hat. Diese Einschätzung markiert einen starken Rückschritt, noch 2017 wurde der Zustand der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit in Deutschland als „offen“ (Stufe 1) beschrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(40) <a href="https://monitor.civicus.org/country/germany/"><span class="underline">Germany - Civicus Monitor</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(41) <a href="https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste"><span class="underline">https://www.amnesty.de/europa-versammlungsfreiheit-einschraenkungen-pro-palaestinensische-proteste</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(42) <a href="https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung"><span class="underline">https://www.hrw.org/de/news/2023/12/20/deutschland-versammlungsverbote-und-diskriminierung</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(43) <a href="https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle"><span class="underline">https://elsc.support/resources/berichte-zur-repressionswelle</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.13. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antisemitismus ist keine bloße Form von Vorurteil, sondern eine strukturelle Ideologie, die weltweit zur Entmenschlichung und Vernichtung jüdischen Lebens geführt hat. Die Bekämpfung dieses Systems ist eine völkerrechtliche und moralische Verpflichtung, die keine Relativierung zulässt. Die Einordnung als historisch gewachsenes Unterdrückungssystem stützt sich auf die Erkenntnisse internationaler Institutionen, die Antisemitismus als eine globale Bedrohung für demokratische Grundwerte definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(44) <a href="https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/"><span class="underline">https://www.annefrank.de/bildung/antisemitismus-debatte-verstehen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(45) <a href="https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/"><span class="underline">Antisemitismus | bpb.de</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><span class="underline">2.14. </span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Unterscheidung zwischen der Kritik an einer politischen Ideologie (Zionismus) und der Feindschaft gegenüber einer religiösen oder ethnischen Gruppe (Antisemitismus) ist für einen sachlichen Diskurs fundamental. Während der Zionismus historisch als emanzipatorische Nationalbewegung zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes entstand, unterliegt er wie jede Nationalbewegung einer kritischen Analyse, sobald er in exklusiven Nationalismus umschlägt, der die Rechte anderer Gruppen einschränkt. Die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) dient hierbei als entscheidendes Korrektiv zur Identifizierung von Antisemitismus, ohne legitime politische Kritik an staatlichem Handeln oder ideologischen Konzepten zu unterdrücken. Sie stellt klar, dass Kritik an Israel, die sich auf völkerrechtliche Prinzipien oder den Widerstand gegen systematische Ungleichheit stützt, nicht per se antisemitisch ist. Diese Differenzierung ermöglicht es, sowohl gegen die Unterdrückung von Palästinenser*innen einzutreten als auch die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens bedingungslos zu verteidigen. Jüdinnen*Juden wurde über Jahrhunderte unermessliches Leid zugefügt, von Pogromen bis zur Shoah. Die Shoah, der industriell organisierte Genozid an sechs Millionen europäischen Jüdinnen, prägt bis heute das kollektive Gedächtnis in Deutschland und weltweit. Das Vermächtnis Deutschlands als Täternation verpflichtet uns zur Wahrung der universellen Menschenrechte, die als Lektion aus dem Nationalsozialismus in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben wurden und durch das Völkerrecht gewahrt werden sollen. Daraus ergibt sich ständige und andauernde Aufgabe Antisemitismus zu verurteilen und zu vermeiden Gleichzeitig muss anerkannt werden, dass die Gründung des Staates Israel 1948 auch mit der Nakba einherging, der gewaltsamen Vertreibung und Entrechtung von über 700.000 Palästinenser*innen. Das Leid dieser Menschen und die historische wie aktuelle Kontinuität von Gewalt und Diskriminierung sind ebenfalls Teil der Geschichte, die nicht gegeneinander aufgerechnet oder relativiert werden dürfen. Eine gerechte und friedliche Lösung erfordert die Anerkennung der Leiden beider Seiten, ohne den Zivilisationsbruch der Shoah und das historische Trauma der Jüdinnen*Juden zu relativieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(46) <a href="https://report-antisemitism.de/documents/2024-12-02_RIAS_Working-Paper-2.pdf"><span class="underline">Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA): Eine kritische Analyse</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(47) <a href="https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/"><span class="underline">https://jerusalemdeclaration.org/der-text-auf-deutsch/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(48) <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/"><span class="underline">https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17887/nationalismus/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(49) <a href="https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041"><span class="underline">https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/index/index/docId/1041</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(50) <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html"><span class="underline">https://mediendienst-integration.de/artikel/was-ist-antisemitismus.html</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 09 May 2026 11:50:34 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Änderungsantrag zu A14:  Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Palästina, Israel und dem Libanon</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162/amendment/105889</link>
                        <author>Espen Rechtsteiner (KV Lüneburg)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/102162/amendment/105889</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_57356_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 135 bis 150:</h4><div><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>systematische Tötung, massive Vertreibungen, gezielte Vernichtung der zivilen Infrastruktur, bewusste Erzeugung von Hunger und Krankheit sowie die Verhinderung humanitärer Hilfe.</li></ul><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">2.9 Über die Zukunft des Gazastreifens dürfen allein die Palästinenser*innen entscheiden. Wir treten unmissverständlich für eine palästinensische Souveränität und das volle Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes ein. Der von US-Präsident Donald Trump am 29. September 2025 vorgestellte Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict (CPEGC), der 20 Punkte umfasst, am 8./9. Oktober 2025 von Israel und mit Vorbehalten von Hamas teilangenommen, dessen Phase 1 am 10. Oktober 2025 in Kraft trat und der durch Sicherheitsratsresolution S/RES/2803 vom 17. November 2025 (13 Ja – 0 Nein – 2 Enthaltungen China/Russland) als Annex 1 endorsed wurde, einschließlich Ermächtigung eines unter Trump-Vorsitz stehenden „Board of Peace&quot; und einer „International Stabilization Force&quot; lehnen wir entschieden ab, da er eine echte Eigenstaatlichkeit untergräbt. Ein gerechter Frieden in Westasien ist nur möglich, wenn die souveränen Rechte der Palästinenser*innen geachtet werden. Dazu gehört für uns auch die Umsetzung des völkerrechtlich verbrieften Rückkehrrechts.</p><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Die Grüne Jugend Niedersachsen erkennt an, dass die Tatbestandsmerkmale des Völkermordes nach Art. II der UN Völkermordkonvention im Vorgehen Israels in Gaza erfüllt sind. Diese Einordnung stützt sich auf: – die völkerrechtliche Feststellung der UN Independent International Commission of Inquiry (A/HRC/60/CRP.3 vom 16.9.2025, Vorsitz Navi Pillay), die feststellt, dass vier der fünf Genozidakte nach Art. II lit. a–d Völkermordkonvention erfüllt sind und genozidale Absicht u. a. in Aussagen von Präsident Herzog, Premierminister Netanyahu und Ex-Verteidigungsminister Gallant nachweisbar ist; – die einstweiligen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024, 28.3.2024 und 24.5.2024 im Verfahren Südafrika ./. Israel (Application No. 192), die eine Plausibilität der Genozid-Vorwürfe bejahen; – die Berichte der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese (A/HRC/55/73 vom 25.3.2024 „Anatomy of a Genocide&quot;; A/HRC/59/23 vom 30.6.2025 „From economy of occupation to economy of genocide&quot;; A/80/492 vom 20.10.2025 „Gaza Genocide: a collective crime&quot;); – die ICC-Haftbefehle vom 21. November 2024 gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen Aushungerung, Mord, Verfolgung und unmenschlicher Handlungen (Art. 7 und 8 Rom-Statut); – die Genozid-Berichte von Amnesty International (5.12.2024, MDE 15/8668/2024), Human Rights Watch (19.12.2024, Wasserentzug als Ausrottungsverbrechen und Genozidakte), B&#039;Tselem (28.7.2025, Our Genocide — erstmals durch eine israelische Menschenrechtsorganisation) und Physicians for Human Rights – Israel (28.7.2025).</li></ul></div></div></section><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text"><p>Modifizierte Übernahme von Ä5</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 08 May 2026 11:18:07 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A13: Unsere technologische Souveränität ist überlebenswichtig - Lets start acting like it! </title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Technologische-Souveranitat-ist-uberlebenswichtig-Lets-start-acting-64557</link>
                        <author>Joram Vornmoor (LV Grüne Jugend NdS)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Technologische-Souveranitat-ist-uberlebenswichtig-Lets-start-acting-64557</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>1. Technologische Souveränität ist überlebenswichtig!</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Unsere digitale Souveränität ist fundamentale Voraussetzung für demokratische Selbstbestimmung und staatliche Handlungsfähigkeit, grade in Krisen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Technologie ist heute das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wer die Software kontrolliert, kontrolliert den Zugang zu Informationen und die Art und Weise, wie diese verarbeitet werden. Eine Abhängigkeit von US-Konzernen bedeutet nicht nur wirtschaftliche Vulnerabilität, sondern auch ein massives Sicherheitsrisiko. Im Zeitalter von Cyberangriffen, staatlicher Überwachung und geopolitischen Spannungen ist es unverantwortlich, kritische Infrastruktur des Landes Niedersachsen in den Händen von Unternehmen zu belassen, die dem US-Recht unterliegen und deren Interessen nicht mit denen der europäischen Bürger*innen übereinstimmen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>2. Aber Abhängigkeiten werden weiter vorangetrieben!</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der politischen Debatte um das Thema und der Notwendigkeit zur technologischen Unabhängigkeit wird aktuell flächendeckend die Einführung von Microsoft Office 365 (bzw. dem neuen Microsoft 365) vorangetrieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mit gravierenden Konsequenzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Finanzielle Belastung:</strong> Das Land Niedersachsen zahlt jährlich Millionenbeträge an Lizenzgebühren an US-Unternehmen, anstatt diese Mittel in die Entwicklung lokaler und europäischer IT-Strukturen und in offene Standards zu investieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Lock-in-Effekt:</strong> Durch die Einführung proprietärer Formate und cloudbasierter Dienste wird das Land langfristig an Microsoft gebunden. Ein späterer Wechsel wird durch hohe Migrationskosten und technische Hürden immer unwahrscheinlicher.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Verpasste Chancen:</strong> Während andere Bundesländer und Kommunen bereits auf Open-Source-Lösungen setzen, vertieft Niedersachsen seine Abhängigkeit.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>3. Alternativen: Der Weg zur digitalen Selbstbestimmung</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es gibt bewährte, leistungsfähige und sichere Alternativen, die eine vollständige Ablösung von US-Software ermöglichen. Der Fokus und die staatliche Förderung sollte auf Open-Source-Lösungen liegen, die in Europa entwickelt und gehostet werden:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Büroanwendungen:</strong> Statt Microsoft Office kann <strong>LibreOffice</strong> verwendet werden. Libre Office nutzt einen offenen Standard und ist voll funktionsfähig für den administrativen Alltag. Für kollaboratives Arbeiten bieten sich <strong>Collabora Online</strong> oder <strong>Nextcloud</strong> als Plattformen an.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Kommunikation und E-Mail:</strong> Hier ist <strong>Proton</strong> ein hervorragendes Beispiel. Proton bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mails, Video Calls, einen Kalender und Cloudspeicher an. Dabei ist Proton eine europäische Firma, die auf Open Source und hohe Datenschutzstandards setzt und der DSGVO unterliegt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Betriebssysteme:</strong> Die Migration auf Linux-Distributionen wie <strong>Debian</strong>, <strong>Ubuntu</strong> oder speziell auf die verschiedenen Bedürfnisse angepasstenLinux-Versionen ist technisch längst ausgereift und bietet mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Stabilität als Windows.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese Lösungen sind nicht nur sicherer, sondern oft kostengünstiger, da keine Lizenzgebühren anfallen und die Software frei weiterentwickelt werden kann und auch anpassbar an die jeweiligen Bedürfnisse der Behörden ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>4. Social Media: Der Kampf um die demokratische Debattenkultur</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Besonders kritisch ist die Abhängigkeit von US-Social-Media-Plattformen wie X, Meta (Facebook, Instagram, Threads) und TikTok. Diese Plattformen sind nicht neutrale öffentliche Plätze, sondern kommerzielle Produkte, deren Geschäftsmodell auf der Maximierung von Aufmerksamkeit und dem Konsum von Werbung durch algorithmische Manipulation beruht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Politische Manipulation und Algorithmus-Transparenz:</strong> Die Algorithmen dieser Konzerne sind proprietär und intransparent. Sie priorisieren Inhalte, die Wut, Polarisierung und emotionale Reaktionen hervorrufen, da dies die Nutzer*innenbindung erhöht. Dies führt zu einer gezielten Destabilisierung des gesellschaftlichen Diskurses und begünstigt die Verbreitung von Desinformation und Verschwörungsmythen. Eine demokratische Gesellschaft kann sich nicht auf Plattformen verlassen, deren Regeln und Sichtbarkeitsmechanismen willkürlich geändert werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Echokammern und der Verlust des Dialogs:</strong> Durch die personalisierte Filterblasenbildung werden Nutzer*innen zunehmend nur noch mit Meinungen konfrontiert, die ihre eigenen bestätigen. Dies zerstört die Grundlage für einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog. Der Austausch unterschiedlicher Perspektiven wird unterbunden, was zu einer Radikalisierung und einer Fragmentierung der Gesellschaft führt.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Datenhoheit und Überwachung:</strong> Die massenhafte Sammlung von Verhaltensdaten durch diese Konzerne ermöglicht detaillierte individuelle Profile, die für gezielte politische Werbung und Manipulation genutzt werden können. Dies kann die Integrität von Wahlen untergraben und manipuliert die politische Meinungsbildung.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><strong>Betrügerische Werbung:</strong> Social-Media-Plattformen dulden von Ihnen selbst als betrügerisch eingestufte Werbung systematisch, solange sie profitabel bleibt. Statt Nutzer vor Scams, Phishing und Fake-Shops zu schützen, monetarisieren sie deren Anfälligkeit – und machen aus Betrugsanzeigen lediglich ein teureres Geschäft für die Schalter.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong>6. Forderungen der GJ-Niedersachsen</strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor diesem Hintergrund möge die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Niedersachsen beschliessen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Landesvorstand der Grüne Jugend Niedersachsen setzt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für Folgendes ein:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><strong>Stopp der Microsoft-Verträge:</strong> Die laufenden Verträge zur flächendeckenden Einführung von Microsoft Office 365 müssen überprüft und, wo möglich, gekündigt oder nicht verlängert werden.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><strong>Migrationsstrategie zu Open Source:</strong> Das Land Niedersachsen braucht einen verbindlichen Fahrplan zur Migration auf Open-Source-Software (Linux, LibreOffice, Nextcloud). Dies gilt insbesondere für Schulen, Universitäten und Behörden.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><strong>Förderung europäischer und dezentraler Alternativen:</strong> Bei der Vergabe von IT-Dienstleistungen und bei der öffentlichen Kommunikation müssen europäische Open-Source-Lösungen und dezentrale Social-Media-Instanzen Vorrang haben. Der Einsatz von nicht europäischen Plattformen darf nur noch als Übergangslösung mit strengen Auflagen genehmigt werden.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><strong>Schulung und Unterstützung:</strong> Es braucht ein umfassendes Schulungsprogramm für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, um den Wechsel zu neuen Softwarelösungen zu ermöglichen und eine kritische Nutzung sozialer Medien und KI-Tools zu gewährleisten.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="5"><li><strong>Transparenz und Partizipation:</strong> Die Bevölkerung und die Beschäftigten sollen in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Die Vorteile freier Software und einer souveränen digitalen Infrastruktur für Demokratie und Datenschutz müssen kommuniziert werden.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="6"><li>Social-Media-Platformen in die Verantwortung nehmen: Social-Media-Platformen müssen stärker reguliert und die zurgrundeliegenden Algorithmen veröffentlicht werden um unsere Demokratie zu schützen und zu stärken.</li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir glauben daran, dass ein modernes, grünes Niedersachsen Vorreiter in Sachen digitaler Souveränität sein kann. Es ist Zeit, die Kontrolle über unsere digitale Zukunft zurückzugewinnen, die demokratische Debattenkultur zu schützen und uns von ausländischen Abhängigkeiten zu lösen!</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ich freue mich riesig über jede Ergänzung jeden Hinweis und Änderungsantrag:)</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 08 May 2026 08:06:46 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A20: Leonie Hauer</title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Leonie-Hauer-47025</link>
                        <author>Leonie Hauer</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/Leonie-Hauer-47025</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>PDF</h2><iframe class="pdfViewer" src="/lmv0526gjnds/Leonie-Hauer-47025/embeddedpdf?file=%2Flmv0526gjnds%2FLeonie-Hauer-47025%2Fviewpdf%3FsectionId%3D57354"></iframe>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 07 May 2026 22:20:32 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä3 zu A13: Technologische Souveränität ist überlebenswichtig - Lets start acting like it! </title>
                        <link>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/101576/amendment/105876</link>
                        <author>Joram Vornmoor (LV Grüne Jugend NdS)</author>
                        <guid>https://lmv0526gjnds.antragsgruen.de/lmv0526gjnds/motion/101576/amendment/105876</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_57356_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 1 bis 3:</h4><div><h3 class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">1. Warum technologische Souveränität überlebenswichtig ist</h3><h3 class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><strong>1. Technologische Souveränität ist überlebenswichtig!</strong></h3><p><strong><del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Digitale</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Unsere digitale</ins> Souveränität ist <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">eine </del>fundamentale Voraussetzung für demokratische Selbstbestimmung und staatliche Handlungsfähigkeit<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">, grade in Krisen</ins>.</strong></p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 8 bis 10 löschen:</h4><div><p>Im Zeitalter von Cyberangriffen, staatlicher Überwachung und geopolitischen Spannungen ist es unverantwortlich, kritische Infrastruktur<del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">en</del> des Landes Niedersachsen in den Händen von Unternehmen zu belassen, die dem US-Recht </p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 13 bis 23:</h4><div><h3><strong>2. <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Die gefährliche Abhängigkeit wird</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Aber Abhängigkeiten werden</ins> weiter vorangetrieben<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">!</ins></strong></h3><p><del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Derzeit befindet sich das Land Niedersachsen in einem kritischen Zustand. Trotz der politischen Debatte zur technologischen Unabhängigkeit wird aktuell flächendeckend die Einführung von Microsoft Office 365 (bzw. dem neuen Microsoft 365) vorangetrieben. Diese Entscheidung wurde oft ohne ausreichende Prüfung alternativer Lösungen getroffen.</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Trotz der politischen Debatte um das Thema und der Notwendigkeit zur technologischen Unabhängigkeit wird aktuell flächendeckend die Einführung von Microsoft Office 365 (bzw. dem neuen Microsoft 365) vorangetrieben.</ins></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Die Konsequenzen sind gravierend:</p><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Mit gravierenden Konsequenzen:</p><ul><li value="1"><strong>Finanzielle Belastung:</strong> Das Land Niedersachsen zahlt jährlich Millionenbeträge an Lizenzgebühren an <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">ein </del>US-Unternehmen, anstatt diese Mittel in die Entwicklung lokaler <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">und europäischer </ins>IT-Strukturen <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">oder</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">und</ins> in offene Standards zu investieren.</li></ul></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 30 bis 63:</h4><div><h3 class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">3. Warum Microsoft problematisch ist</h3><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Die Abhängigkeit von Microsoft ist aus mehreren Gründen inakzeptabel:</p><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Datenschutz und Cloud Act:</strong> Microsoft unterliegt dem US <em>Cloud Act</em>, der US-Behörden das Recht einräumt, auf Daten zuzugreifen, die auf Servern von US-Firmen gespeichert sind – auch wenn diese Server physisch in Europa stehen. Dies steht in direktem Widerspruch zur DSGVO und zum Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.</li></ul><h3 class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><strong>3. Alternativen: Der Weg zur digitalen Selbstbestimmung</strong></h3><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Monopolstellung und Marktverzerrung:</strong> Microsoft nutzt seine marktbeherrschende Stellung, um Preise zu diktieren und Wettbewerb auszuschließen. Proprietäre Formate (.docx, .xlsx) erschweren den Austausch mit Bürgern und anderen Behörden, die andere Systeme nutzen.</li></ul><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Fehlende Transparenz:</strong> Als Closed-Source-Software ist es unmöglich zu überprüfen, welche Daten tatsächlich gesammelt werden, ob Hintertüren existieren oder wie Algorithmen Entscheidungen treffen.</li></ul><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Das Desaster in Hannover:</strong> Ein drastisches Beispiel für die Folgen mangelnder Prüfung und Auseinandersetzung mit Datenschutz ist die Stadt Hannover. Im Jahr 2025 kaufte die Stadt etwa 75.000 Microsoft-365-Lizenzen für rund 324.000 Euro, um ihre Schulen zu digitalisieren. Aber: Die gekauften Lizenzen erfüllten nicht die gesetzlichen Datenschutzanforderungen, die für den Einsatz an Schulen zwingend vorgeschrieben sind.</li></ul><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Überwachung Minderjähriger:</strong> Auch über Hannover hinaus sind jüngere Gerichtsurteile und rechtliche Auseinandersetzungen alarmierend, die sich mit der Überwachung von Minderjährigen an Schulen befassen. Die Nutzung von US-Software führt oft zu unrechtmäßiger Datenerhebung ohne hinreichende Einwilligung. Gerichte haben festgestellt, dass eine solche Datenerhebung rechtswiedrig ist.</li></ul><h3 class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">4. Alternativen: Der Weg zu freier und sicherer Software</h3><p>Es gibt bewährte, leistungsfähige und sichere Alternativen, die eine vollständige Ablösung von US-Software ermöglichen. Der Fokus <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">muss</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">und die staatliche Förderung sollte</ins> auf Open-Source-Lösungen liegen, die in Europa entwickelt und gehostet werden:</p><ul><li value="1"><strong>Büroanwendungen:</strong> Statt Microsoft Office kann <strong>LibreOffice</strong> verwendet werden. Libre Office nutzt <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">den</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">einen</ins> offenen Standard <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">(ODF) </del>und ist voll funktionsfähig für den administrativen Alltag. Für kollaboratives Arbeiten bieten sich </li></ul></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 65 bis 71:</h4><div><ul><li value="1"><strong>Kommunikation und E-Mail:</strong> Hier ist <strong>Proton</strong> ein hervorragendes Beispiel. Proton bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mail<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">s</ins>, Video Calls, <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">einen </ins>Kalender und Cloudspeicher an. Dabei ist Proton eine <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">E</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">e</ins>uropäische Firma, die auf Open Source und hohe Datenschutzstandards setzt und der DSGVO unterliegt.</li></ul><ul><li value="1"><strong>Betriebssysteme:</strong> Die Migration auf Linux-Distributionen wie <strong>Debian</strong>, <strong>Ubuntu</strong> oder <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">spezialisierten Regierungs-Linux</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">speziell auf die verschiedenen Bedürfnisse angepasstenLinux</ins>-Versionen ist technisch längst ausgereift und bietet mehr Sicherheit<ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">, Schnelligkeit</ins> und Stabilität als Windows.</li></ul></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 75 bis 80:</h4><div><h3><del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">5</del><strong><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">4</ins>. Social Media: Der Kampf um die demokratische Debattenkultur</strong></h3><p>Besonders kritisch ist die Abhängigkeit von US-Social-Media-Plattformen wie X, Meta (Facebook, <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Instagram)</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Instagram, Threads)</ins> und TikTok. Diese Plattformen sind nicht neutrale öffentliche Plätze, sondern kommerzielle Produkte, deren Geschäftsmodell auf der Maximierung von Aufmerksamkeit <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">und dem Konsum von Werbung </ins>durch algorithmische Manipulation beruht.</p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 83 bis 85:</h4><div><ul><li value="1">Inhalte, die Wut, Polarisierung und emotionale Reaktionen hervorrufen, da dies die <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Nutzerbindung</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Nutzer*innenbindung</ins> erhöht. Dies führt zu einer gezielten Destabilisierung des gesellschaftlichen Diskurses und begünstigt die </li></ul></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 95 bis 114:</h4><div><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Keine echte Debattenkultur:</strong> Auf diesen Plattformen findet oft kein echter Diskurs statt, sondern ein gegenseitiges Beleidigen und ein Wettstreit um virale Reichweite. Die Architektur der Plattformen belohnt Kurzatmigkeit und Provokation, nicht Nuance und Sachlichkeit.</li></ul><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li><strong>Datenhoheit und Überwachung:</strong> Die massenhafte Sammlung von Verhaltensdaten durch diese Konzerne ermöglicht detaillierte individuelle Profile, die für gezielte politische Werbung und Manipulation genutzt werden können. Dies kann die Integrität von Wahlen untergraben und manipuliert die politische Meinungsbildung.</li></ul><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Datenhoheit und Überwachung:</strong> Die massenhafte Sammlung von Verhaltensdaten durch diese Konzerne ermöglicht ein detailliertes Profil jedes Einzelnen, das für gezielte politische Werbung und Manipulation genutzt werden kann. Dies untergräbt die Integrität von Wahlprozessen und die politische Meinungsbildung.</li></ul><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li><strong>Betrügerische Werbung:</strong> Social-Media-Plattformen dulden von Ihnen selbst als betrügerisch eingestufte Werbung systematisch, solange sie profitabel bleibt. Statt Nutzer vor Scams, Phishing und Fake-Shops zu schützen, monetarisieren sie deren Anfälligkeit – und machen aus Betrugsanzeigen lediglich ein teureres Geschäft für die Schalter.</li></ul><ul class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><li value="1"><strong>Betrügerische Werbung und kriminelles Verhalten:</strong> Ein weiterer gravierender Aspekt ist die Verbreitung betrügerischer Werbung auf diesen Plattformen. Statt wirksame Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen, wird Werbung die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Betrugsversuch darstellt nur teurer. Die Plattformen verhalten sich dabei wie kriminelle Akteure, die bewusst Räume erlauben, in denen Betrug gedeihen kann, solange dies für Sie profitabel ist. Sie schützen ihre Nutzer nicht vor Scams, Phishing und Fake-Shops, sondern monetarisieren deren Anfälligkeit.</li></ul><h3 class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><strong>6. Forderungen der GJ-Niedersachsen</strong></h3><h3 class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">6. Forderungen der GJ-Niedersachsen</h3><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Vor diesem Hintergrund möge die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Niedersachsen beschliessen:</p><p><del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Vor diesem Hintergrund beschliesst die Grüne Jugend Niedersachsen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und über B90/DIEGRUENEN für Folgendes einzusetzen:</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">Der Landesvorstand der Grüne Jugend Niedersachsen setzt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für Folgendes ein:</ins></p></div><h4 class="lineSummary">Nach Zeile 134 einfügen:</h4><div><ol class="inserted" start="6" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Social-Media-Platformen in die Verantwortung nehmen: Social-Media-Platformen müssen stärker reguliert und die zurgrundeliegenden Algorithmen veröffentlicht werden um unsere Demokratie zu schützen und zu stärken.</li></ol></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 139 bis 157 löschen:</h4><div><h3 class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Zusammenfassung in einfacher Sprache:</h3><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Was wird gefordert?</strong></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Die Grüne Jugend Niedersachsen setzt sich dafür ein, dass das Land weniger abhängig von Ausländischen-Technologiekonzernen wird.</p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Welche Probleme werden genannt?</strong></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Das Land zahlt viel Geld an US-Firmen wie Microsoft. US-Gesetze erlauben Zugriff auf europäische Daten (Cloud Act). Bei Microsoft-Software kann man nicht prüfen, was sie macht. Soziale Medien manipulieren Diskussionen und sammeln viele Daten</p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Welche Lösungen werden vorgeschlagen?</strong></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Statt Microsoft Office: LibreOffice nutzen. Statt US-E-Mail: Proton verwenden (europäisch, verschlüsselt). Statt Windows: Linux-Betriebssysteme. Dezentrale soziale Netzwerke statt großer US-Plattformen</p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Konkrete Forderungen:</strong></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Microsoft-Verträge stoppen. Plan für Umstellung auf freie Software erstellen. Europäische Alternativen bevorzugen. Mitarbeiter schulen. Bevölkerung informieren</p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Ziel:</strong></p><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Mehr Kontrolle über digitale Infrastruktur, besserer Datenschutz und stärkere Demokratie.</p></div></div></section><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text"><h3><strong>Warum Microsoft problematisch ist</strong></h3><p>Die Abhängigkeit von Microsoft ist aus mehreren Gründen inakzeptabel:</p>
<ul>
<li><strong>Datenschutz und Cloud Act:</strong> Microsoft unterliegt dem US <em>Cloud Act</em>, der US-Behörden das Recht einräumt, auf Daten zuzugreifen, die auf Servern von US-Firmen gespeichert sind – auch wenn diese Server physisch in Europa stehen. Dies steht in direktem Widerspruch zur DSGVO und zum Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Monopolstellung und Marktverzerrung:</strong> Microsoft nutzt seine marktbeherrschende Stellung, um Preise zu diktieren und Wettbewerb auszuschließen. Proprietäre Formate (.docx, .xlsx) erschweren den Informationsaustausch mit Bürger*innen und anderen Behörden, die andere Systeme nutzen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Fehlende Transparenz:</strong> Als Closed-Source-Software ist es unmöglich zu überprüfen, welche Daten tatsächlich gesammelt werden, ob Hintertüren existieren oder wie Algorithmen Entscheidungen treffen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Das Desaster in Hannover:</strong> Ein drastisches Beispiel für die Folgen mangelnder Prüfung und Auseinandersetzung mit Datenschutz ist die Stadt Hannover. Im Jahr 2025 kaufte die Stadt etwa 75.000 Microsoft-365-Lizenzen für rund 324.000 Euro, um ihre Schulen zu digitalisieren. Aber: Die gekauften Lizenzen erfüllten nicht die gesetzlichen Datenschutzanforderungen, die für den Einsatz an Schulen zwingend vorgeschrieben sind.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Überwachung Minderjähriger:</strong> Auch über Hannover hinaus sind jüngere Gerichtsurteile und rechtliche Auseinandersetzungen alarmierend, die sich mit der Überwachung von Minderjährigen an Schulen befassen. Die Nutzung von US-Software führt oft zu unrechtmäßiger Datenerhebung ohne hinreichende Einwilligung. Gerichte haben festgestellt, dass eine solche Datenerhebung rechtswiedrig ist.
<h3> </h3>
</li>
</ul>
<h3><strong>Zusammenfassung in einfacher Sprache:</strong></h3><p><strong>Was wird gefordert?</strong></p>
<p>Der Vorstand der Grüne Jugend Niedersachsen soll ssich dafür einsetzen, dass das Land weniger abhängig von Ausländischen-Technologiekonzernen wird.</p>
<p><strong>Welche Probleme werden genannt?</strong></p>
<p>Das Land zahlt viel Geld an US-Firmen wie Microsoft. US-Gesetze erlauben Zugriff auf europäische Daten (Cloud Act). Bei Closed-Software kann man nicht prüfen, was sie macht. Soziale Medien manipulieren Diskussionen und sammeln viele Daten</p>
<p><strong>Welche Lösungen werden vorgeschlagen?</strong></p>
<p>Statt Microsoft Office: LibreOffice nutzen. Statt US-E-Mail: Proton verwenden (europäisch, verschlüsselt). Statt Windows: Linux-Betriebssysteme. Dezentrale soziale Netzwerke statt großer US-Plattformen</p>
<p><strong>Konkrete Forderungen:</strong></p>
<p>Microsoft-Verträge stoppen. Plan für Umstellung auf freie Software erstellen. Europäische Alternativen bevorzugen. Mitarbeitende schulen. Bevölkerung durch Informationskampagnen aufklären.</p>
<p><strong>Das Ziel:</strong></p>
<p>Mehr Kontrolle über digitale Infrastruktur, besseren Datenschutz und dadurch eine stärkere Demokratie.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 07 May 2026 21:38:30 +0200</pubDate>
                    </item></channel></rss>