Die Punkte 2.3–2.5 verlagern den Antrag in historische Detailfragen (Existenzrecht-Begriff, Datierung der Nakba, Selbstverteidigungs-Doktrin), die in der LMV erfahrungsgemäß stundenlang Energie binden, ohne die aktuelle politische Forderungslage voranzubringen. Sie erzeugen zudem rhetorische Fallen: Eine pauschale „Existenzrechts"-Formel ist völkerrechtlich kein etabliertes Konzept (Staaten haben Anerkennung, Souveränität, territoriale Integrität — kein „Existenzrecht"), und ihre Verwendung disqualifiziert antikoloniale Lesarten. Die Verweisstrategie auf Bundesverband und auf den theoretisch belastbaren Diner/Rothberg/Brumlik-Konsens ermöglicht historische Verantwortung ohne Detailfalle. Quellen: Diner, Dan (2007), Gegenläufige Gedächtnisse, Vandenhoeck & Ruprecht; Rothberg, Michael (2009), Multidirectional Memory, Stanford UP; Brumlik, Micha (2021/22), Postkolonialer Antisemitismus?, VSA-Verlag, S. 138.
| Antrag: | Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Westasien |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Anton Hensky (KV Braunschweig) |
| Status: | Angenommen |
| Eingereicht: | 05.05.2026, 18:50 |
