Änderungen von A14 zu A14
| Ursprüngliche Version: | A14 (Version 9) |
|---|---|
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 09.05.2026, 12:10 |
| Neue Version: | A14 (Version 10) |
|---|---|
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 09.05.2026, 12:13 |
Titel
Antragstext
Von Zeile 3 bis 11:
Die GRÜNE JUGEND NIEDERSACHSEN setzt sich für eine internationale, queerfeministische und materialistische Politik ein, die Unterdrückung in all ihren Formen bekämpft. Unser Solidaritätsverständnis ist intersektional: Wir erkennen an, dass Diskriminierungs- undsverhältnisse wie Patriarchat, Kapitalismus, Kolonialismus und Rassismus strukturell miteinander verwoben und wechselseitig verstärkend sind. Deshalb engagieren wir uns entschieden gegen jede Form von Diskriminierung, sei es gegen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Queerfeindlichkeit sowie weitere intersektional verknüpfte Ungleichheiten.
Präambel.
Die Grüne Jugend Niedersachsen erklärt sich solidarisch mit den Bevölkerungen der SWANA-Region (South West Asia / North Africa) — gegen Krieg, Besatzung, Patriarchat, Autokratie und Neoliberalismus. Wir verstehen die Konflikte in der Region nicht als „uralte ethnische" oder „religiöse" Konflikte, sondern als verflochtene Produkte von Kolonialismus, kapitalistischer Akkumulation und imperialer Konkurrenz.
Theoretisch verorten wir uns
– mit Edward Said und Joseph Massad in der antikolonialen Tradition, die die Palästina-Frage als ungelöste koloniale Frage versteht und Antisemitismuskritik mit antikolonialer Kritik zusammendenkt;
– mit Achille Mbembe in der Analyse Gazas und besetzter Gebiete als nekropolitische Räume territorialer Fragmentierung, vertikaler Souveränität und splitterhafter Besatzung;
– mit Silvia und TithiBhattacharya in einer materialistisch-feministischen Lesart, die die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Bäckereien und Pflegeinfrastruktur in Gaza nicht als „Kollateralschaden", sondern als Angriff auf soziale Reproduktion versteht;
– mit Raewyn Connell in der Analyse hegemonialer Männlichkeit in Militarismus und Besatzung sowie der Funktion von Frauen als „biologischen, kulturellen und symbolischen Reproduzentinnen" nationalistischer Projekte;
– mit Gilbert Achcar und Adam Hanieh in einer imperialismustheoretisch-politökonomischen Lesart, die SWANA als regional integrierte Klassenstruktur versteht, in der Khaleeji-Kapital, US-Imperialismus und autoritäre Rentierstaatlichkeit zusammenwirken;
– mit David in der Analyse von Siedlungsbau, Landenteignung und Trennmauer als „Akkumulation durch Enteignung";
– mit Naomi Klein in der Kritik der Wiederaufbau-Pläne („Riviera"-Visionen) als Disaster Capitalism;
– mit Judith Butler und Daniel Boyarin in der Anerkennung jüdischer antizionistischer Traditionen, die zeigen, dass Antizionismus nicht per se Antisemitismus ist;
– mit Hannah Arendt in der Erinnerung an die binationale Tradition jüdischen Denkens, die die Folgen einer ethnonationalen Lösung präzise vorhergesagt hat.
Wir denken queer-, materialistisch- und antikolonial-feministisch und verstehen Solidarität nicht als selektives Bekenntnis, sondern als universalistische Position gegen jede Form herrschaftlicher Gewalt — von Gaza über Tehran und Diyarbakır bis Sanaa und Suweida.
